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Unfair ist mehr – die Elf der Saison

22 Mai

Die Saison ist mit dem Pokalfinale vorbei – Zeit die besten, schlechtesten, kuriosesten und merkwürdigsten Spieler der Saison zu küren.

Leon „Handreasen“

Einen der größten Aufreger hat der Hannoveraner Leon Andreasen besorgt. Gegen Köln wuchtete er den Ball per Oberarm zum Sieg ins Tor. Gefühlt hat sich Andreasen danach wohl wie Maradona – dabei sah er eher aus wie ein Volleyballer. Seine Bewerbung zum unfairsten Spieler der Saison hat er auch in Interviews danach unterstrichen. Aber Karma is a bitch. Andreasen verletzte sich beim Öffnen eines Pakets mit einem Paketmesser und musste operiert werden. Und abgestiegen ist er mit Hannover auch noch.

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Marwin Hitz

Aka der Elfmeterpunktkiller. Wieder Köln, wieder unfair. Vor einem Elfmeter malträtierte der Keeper den Rasen unauffällig vor den Augen des Schiedsrichters. Der Schütze Modeste rutschte aus und Hitz wurde zum kurzfristigen Held. Der Shitstorm danach hatte sich aber gewaschen. Nach einem medialen Inferno musste sich Hitz kleinlaut entschuldigen. Einen Karma-Ausgleich ist er mit dem FCA bisher schuldig geblieben.

Ein-Touch Sulu

Der Darmstädter Kapitän Aytac Sulu ist der Boss. Nicht nur auf dem Rasen, sondern auch in der Luft. Der Innenverteidiger schoss sage und schreibe sieben Tore in dieser Saison, also mehr als Ribery und Götze zusammen. Selbstverständlich alle per Standard-Bossmove: hochsteigen, Kopf hinhalten, Klasse halten. Mit diesem Konzept sind die Lilien lockerleicht in der Bundesliga geblieben. Ob im nächsten Jahr weitere Verteidiger-Veilchen in Luftkämpfen dazukommen, ist dagegen noch unklar. Erfolg macht schließlich sexy.

Mats Hummels

Mats macht’s. Der Borusse wechselt zum Feind aus dem Süden und zieht sich damit den Zorn von Fußballdeutschland zu. Aber will man es ihm verdenken? Auch Hummels will einmal auf der Gewinnerseite stehen. In München stellt er die Wettbewerbsverzerrungs-Defensive mit Neuer und Boateng. Das ist schön für München und schlecht für den Rest. Aber hey, Spannung an der Spitze wird sowieso überbewertet. Liebe Dortmunder, gewöhnt euch lieber schon mal an diesen Anblick. Auch wenn es weh tut.

Granit Xhaka

Xhaka hat sich den Beinamen „der Treter“ redlich verdient. Vielleicht nimmt er seinen eigenen Vornamen „Tschaka“ zu wörtlich, vielleicht tritt er einfach gerne Menschen. So oder so hat es der Gladbacher Kapitän geschafft, viermal innerhalb einer Saison gesperrt zu werden. Seiner beeindruckenden Sammlung von Knöchelsplittern und Schienbeinen kann Xhaka in der nächsten Saison noch einige hinzufügen: Sein Wechsel nach Arsenal wird von den englischen Stürmern mit Schrecken erwartet.

Max Kruse

Ach Max. Du hast in dieser Saison Geschichte geschrieben. Nie hatte ein Spieler ein noch schlechteres Image. Deine nackten Tatsachen haben zum Rauswurf aus der Nationalelf geführt, eine tiefe Formkrise verursacht und in Wolfsburg sogar kurzfristig das Thema Abgase verdrängt. Du hast Peniswitze wieder salonfähig gemacht. Vielen Dank für deinen Einsatz. Dein Verein wird dir auch weiter die Stange halten.

Arturo Vidal

Vorgestellt als „der Krieger“ und man muss sagen, Vidal hat geliefert. Im Pokal senste er auch gegen einen Fünftligisten gnadenlos Spieler weg – ein Vidal kennt keinen Schongang. Für ihn spricht, dass er gegen jeden Gegner so gespielt hat. Egal ob Turin, Darmstadt, Madrid oder Dortmund auf dem Plan stand, Vidal kämpfte bis zum Umfallen. Also bis ein Gegner umfällt, was meistens nicht lange dauert. Vidals Motivation in Flaschen verpackt wäre der Verkaufshit, möglicher Konsum könnte aber leicht am irren Blick erkannt werden.

Julian Weigl

Der Youngster sollte einen Thomas-Tuchel-Schrein bauen und täglich ein Opfer bringen. Unter dem Klopp-Nachfolger blühte Weigl auf und gilt als Nachfolger von Schweinsteiger und Gündogan. Der 20-Jährige hat jetzt schon eine bessere Übersicht als Reiner Calmund am Buffettisch und mehr Talent als Calmund Hunger. Weigl könnte ein Grundstein für den neuen BVB werden, also einen mit gewonnenen Finals. Vielleicht wechselt er aber auch für eine Fantastilliarde nach einem weiteren Jahr nach München.

Mario Götze

Supertalent, Weltmeistermacher, Social Media Gott. Fußballerisch war das Jahr leider verschwendet, dafür hast du bärenstarke PR-Auftritte hingelegt. Pep Guardiola hat dich dafür nicht aufgestellt, aber wer will schon spielen. Bänke sind schließlich auch schön, da kommen ja auch die Schubkarren mit Geld jeden Monat an. Vielleicht wird es im nächsten Jahr wieder was. Ancelotti mag dich eher nicht, aber hey, es gibt noch viele Vereine mit Platz für ein bisschen Hollywood. Und ansonsten #gucktGoetze eben weiter.

 

Sandro Wagner

Armer, armer Sandro Wagner. Er verdient laut eigener Aussage nicht nur zu wenig, die Bayern wollen ihnen trotz hartnäckiger Gerüchte auch nicht verpflichten. Sonst ist aber alles gut im Hause Wagner. Er bombte Darmstadt ins Mittelfeld der Liga, baute sich einen Geldspeicher für eine Schwimmübung zwischendurch und ist plötzlich ein Kandidat für Europa-League-Teams. Läuft es im nächsten Jahr noch besser, darf er sich in der nächsten Wagner-Oper selbst verkörpern.

Claudio Pizarro

Der alte Mann und das Tor. Trotz seiner 37 Lenzen war Pizarro die Lebensversicherung der Bremer und sorgte für wichtige Punkte im Abstiegskampf. In seinem fünften Frühling feht „Pizza“ die Geschwindigkeit, das macht er aber mit Eleganz, Technik und begnadetem Spielverständnis wett. Toreschiessen ist wohl wie Fahrrad fahren – ein Claudio Pizarro verlernt es nicht.

Gestenreich – die geheime Sprache der Fußballwelt

26 Mrz

Fußball ist Kunst. Nirgendwo sonst wird so viel geschauspielert und dramatisiert, auch nicht im Theater. Dazu kommen bühnenreife Vorführungen in Gestik und Mimik, die hin und wieder zu Missverständnissen führen können. Aber nicht mit uns. Wir klären auf, was Fußballer mit all ihren Gesten wirklich sagen wollen.

 

 

Der Stinkefinger

Wie wir seit Varoufakis wissen, sendet der Mittelfinger eine ambivalente Botschaft. Als Spieler versucht man so, die gegnerischen Fans zu emotionalerem Beistand zu animieren. In allen bekannten Fällen hat das auch zu durschlagendem Hass/Erfolg geführt. Akteure wie Effenberg und Ronaldo laufen nur bei ausreichend vielen Anfeindungen zu Höchstform auf.

Der Reklamierarm

Noch eine häufig fehlinterpretierte Geste. Der gemeine Torwart will so seine Unterbeschäftigung zum Ausdruck bringen. Durch Meldung an den Schiedsrichter verlangt der Torhüter mehr Ballberührungen. Bekommt er diese nicht, hat er das Recht zur Eckfahne zu laufen und beleidigte Leberwurst zu spielen. Dadurch lassen sich auch Neuers Ausflüge erklären – schließlich hat keiner gesagt, zu welcher Fahne.

 

Der Trikotkuss

Eine vermeintlich klare Geste. Ein Spieler will damit aber eigentlich nur eines ausdrücken: Der Verein ist meine echte Liebe. Bis die nächste Liebe kommt. Und zwar eine mit mehr Geld. Viel mehr Geld. Und Autos. Und Frauen wären auch geil. Aber für den Anfang sollte es mehr Geld eigentlich schon tun. Bei welchem Verein spiele ich gerade? Und wann kommt endlich das Rentenangebot aus China?

 

Das Gefuchtel

Diese Bedeutung dürfte klar sein: Umstellen. Und zwar so, dass es auch funktioniert. Habt ihr meine Handbewegungen nicht gesehen? Dass du 40 Meter entfernt stehst, ist keine Ausrede! Also los, hol dir jetzt diesen Ball und schieb ihn rein! So schwer ist das jawohl wirklich nicht. Schließlich hast du einen super, super Trainer. Mit super, super komplizierten Gesten. Die eigentlich nur von meinem fehlenden Haupthaar ablenken sollen.

Der Djilobodji aka Kopf-ab-Geste

Ein klassisches Missverständnis. Djilobodji wollte seinem Gegner nur klar machen, dass eine Schwalbe hier völlig unangebracht ist. Macht man schließlich in Afrika immer so, sagt zumindest sein Manager Eichin. Wie man in Bremen sonst mit Halsabschneidern umgeht, wollen wir an der Stelle gar nicht wissen. Wahrscheinlich kriegen sie einen Job im Management.

 

Die Unschuldsgeste

Unschuldig im Sinne der Anklage! Schiedsrichter, jetzt mal ernst. Der ist gerade von alleine umgefallen. Wahrscheinlich der Wind. Mein Bein zwischen seinen Beinen hatte damit nichts zu tun. Meine Arme auch nicht, wie soll ein 80kg-Mann denn bitte so leicht fallen. Eigentlich stand ich auch gar nicht sooo nah am Gegenspieler. Und vielleicht bist du auch gar nicht der Schiedsrichter, sondern Manuel Neuer. Aber das würde jetzt zu weit führen.

 

Der Ohrschrauber

Der gemeine Stürmer feiert so seine Tore, will damit aber eigentlich auf ein weit verbreitetes Problem hinweisen: Hörprobleme aufgrund steigenden Alters. Wer sich jahrelang von tausenden Fans in die Ohren brüllen lässt und jede Woche Lärm wie auf einem Rockkonzert ertragen muss, der braucht sich nicht zu wundern. Es gibt Gründe, warum Stürmer nicht bis ins hohe Alter auf dem Platz stehen. Ihren Ohren zuliebe.

Bedingt abwehrbereit – die Bayern in Not

14 Feb

Hiobsbotschaft in München: Nach Boateng, Martinez und Benatia fällt jetzt auch Holger Badstuber aus. Frei nach dem Motto „Mach kaputt, was dich kaputt macht“ könnte die Bundesliga jubilieren – den großen Überbayern gehen die Verteidiger aus. Die Münchner sind nicht nur geschwächt, sie sind verwundbar wie seit Jahren nicht. Und vor dem Spiel gegen Juventus Turin nur bedingt abwehrbereit.

 

Super, super Spieler hat Pep Guardiola genug. Nur super Verteidiger hat er keine mehr. Die Notleihe von Serdar Tasci und die Umschulung von Kimmich reichen für die Bundesliga, international warten aber ganz andere Kaliber. Wer soll einen Dybala oder Morata gegen Juve aufhalten? Von einem Cristiano Ronaldo oder Luis Suarez in einem möglichen Viertelfinale ganz zu schweigen. Pep wird auf eine Dreierkette umstellen und Vidal oder Alonso als Ersatzverteidiger installieren. Dadurch entstehen aber auf anderen Positionen Schwächungen, die sich die Bayern in engen Partien eigentlich nicht leisten können.

Ende von Peps Herrlichkeit

Die Balance des Bayernspiels gerät durch die Umstellungen aus den Fugen. Die Ballsicherheit eines Badstubers oder die Spieleröffnung eines Boatengs lässt sich nicht ersetzen. Guardiola bleibt nichts anderes übrig, als sein System anzupassen. Die anfällige Verteidigung wird viel zusätzliche Arbeit für Manuel Neuer bedeuten. Wie gut der Welttorhüter seinen Job macht, wird das Bayern-Fortkommen stark beeinflussen. Gegen ein formstarkes Barca oder torhungriges Real dürften die Bayern ohne Stammverteidiger nur eine kleine Chance haben. Die Spanier haben erstaunlicherweise seit Jahren keine großen Verletzungsprobleme.

Mensch oder Maschine

Talent, Ehrgeiz und Professionalität reicht nicht aus, um einer der besten Fußballprofis zu werden. Man braucht dazu auch verdammt viel Glück. Die großen Stars wie Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi haben fast unkaputtbare Körper, die zahllose Tritte, Fouls und Belastungen wegstecken können. Und dann gibt es Profis wie Badstuber oder Arjen Robben. Die jeden Tritt spüren. Bei denen jedes Foul das letzte sein kann. Die irgendwie menschlich und ganz sicher verletzbar sind.

Der Glasmensch

Holger Badstuber hat seit 2012 von 170 möglichen Pflichtspielen 25 absolviert. 25. Der arme Holger stand also im Schnitt in jedem siebten Spiel auf dem Rasen. Dazwischen lagen lange Zeiten des Schmerzes und der Ungewissheit – heilt alles gut? Komme ich noch einmal zurück? Seine Krankenakte liest sich dabei wie ein Anatomie-Handbuch. Darunter sind unter anderem ein Bruch des Sprunggelenks, ein Riss des Kreuzbandes und eine Schambeinentzündung. Kurzum: Badstuber hat sich fast alle möglichen Verletzungen schon einmal zugezogen. Was sagt uns das über den Fußball? Profisport hat auch seine Schattenseiten. Für das viele Geld und den Ruhm setzen Sportler ihre Gesundheit aufs Spiel. Fußballer sind trotz aller Vorteile moderne Gladiatoren.

Das GIFs doch gar nicht – Hamburg vs. Bayern in Bildern

23 Jan

Bayernspiele lassen sich unter Guardiola kaum noch mit Worten beschreiben. Deswegen machen wir es jetzt einfach mit Bildern. 90 Minuten in 9 GIFs.

Die Freude auf den Beginn der Rückrunde

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Neuer lässt einen Hunt-Torschuss nur prallen

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Costas Hackentrick über Ostrzolek

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Adlers Notbremse gegen Müller

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Lewandowski am Elfmeterpunkt

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Ilicevics Schauspieleinlage nach Lahm-Streicheleinheit

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Die Suche nach dem Torschützen beim 1:1

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Der Vorsprung der Bayern auf den Rest der Liga

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Labbadias Wutrede nach dem Spiel

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Bayern bildgewaltig, Hamburg ohne Worte. Das GIFs ja doch, nur eben etwas anders.

Pfundskerle – der englische Transferwahnsinn

2 Sep

Das Theater hat ein Ende – der Fußballer-Sommerschlussverkauf lief diese Woche aus. Diese Transferperiode hat eine Machtverschiebung im europäischen Fußball eingeläutet, der schwer zu widerstehen sein dürfte. Das englische TV-Geld hat den Transfermarkt verändert.

Viele Manager dürfen jetzt aufatmen, wenn sie ihre wichtigsten Spieler lange genug vor den englischen Finanzhaien verstecken konnten. Andere waren nicht so erfolgreich und haben jetzt zwar viel Geld, aber dafür weniger Qualität im Kader. Wolfsburg musste den Spieler des Jahres de Bruyne ziehen lassen, Hoffenheim ihren besten Stürmer Firmino und Leverkusen den Flügelflitzer Son. Adäquater Ersatz ist aktuell schwer zu beschaffen, da die Preise den aktuellen Marktwert der Spieler deutlich überschreiten. Die Bundesliga verliert an Attraktionen, die nur schwer zu ersetzen sind. Von der Konkurrenzfähigkeit her holen die Engländer mit Riesenschritten auf.

Die krassesten Transfer-Wert-Unterschiede:

  • Kevin de Bruyne Wert: 45 Millionen, Transfersumme: 74 Millionen
  • Anthony Martial Wert: 8 Millionen, Transfersumme: 50 Millionen
  • Roberto Firmino Wert: 25 Millionen, Transfersumme: 41 Millionen
  • Heung-Min Son   Wert: 16 Millionen, Transfersumme: 30 Millionen

Das ManCity-Phänomen

In Zeiten, in denen Verträge nichts mehr wert sind, werden aus Männern Pfundskerle. Geld regiert die Welt – zumindest im Fußball. Big-spending alleine macht aber noch keine Siegermannschaft, siehe ManCity. Das City-Phänomen dürfte sich wiederholen, viel Geld verleitet eben auch dazu, viel auszugeben. Elf gute Spieler sind noch keine Mannschaft. Diese Lehre werden einige Vereine in diesem Jahr machen. Dabei denke ich vor allem an Manchester United, die sich für irrwitzige 50 Millionen + Bonus den unbekannten Franzosen Martial gesichert haben. Hier scheint das zusätzliche Geld vor allem das Denken auszuschalten. Aber bessere und teurere Spieler erhöhen natürlich die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich zu sein. Und das bringt England mittelfristig deutlich nach vorne.

Aus der Not eine Jugend machen

Was bedeutet das für den deutschen Fußball? Was tun mit dem vielen Geld? Man kann es in einem Rucksack im Park liegen lassen oder damit wirklich etwas anfangen. England kauft jedes Jahr gute Spieler weg? Dann machen wir eben neue! Eine groß angelegte Investition in Jugendarbeit und -förderung scheint eine attraktive Alternative für Bundesligavereine zu werden. So können die Verluste an Spitzenspielern leichter kompensiert werden und darüber hinaus ist der englische Transferwahnsinn für alle anderen Vereine sehr lukrativ. Wer seine Spieler weiter erfolgreich nach England verkloppen kann, bekommt Jahr für Jahr mehr Spielraum für die eigene Mannschaft. Das Risiko der Pfundskerle bietet den deutschen Vereinen eine echte Chance.

 

Gut Ding will Weiler haben

23 Jul

 

Aufstieg – das ist der normale Anspruch eines Glubb-Fans. Aber was ist schon normal im Frankenland, hier ist man stolz auf die eigene Fahrstuhlmannschaft. Das bedeutet schließlich, besser als die anderen Zweitligisten zu sein. Das letzte Aufstiegsprojekt ist unter Valérien Ismael allerdings krachend gescheitert. Jetzt soll es René Weiler richten. Und er bekommt dafür womöglich die nötige Zeit und Gelegenheit.

Ihr seid nur ein Ausbildungsverein

Nürnberg ist für Profis eine Übergangsstation, anders kann man das nicht sagen. In den letzten zwei Jahren hatte der 1. FCN 41 Zu- und 41 Abgänge zu verzeichnen. Vereinstreue oder langfristiges Engagement? Fehlanzeige. Wer gute Leistungen zeigt, schafft es zu einem anderen Erstligisten, der Rest wird wieder verscherbelt. Aus dem Kader der Saison 13/14 sind nur noch drei Spieler verblieben. Der Verein macht damit ein gutes Geschäft, keine Frage. In den letzten fünf Jahren konnte ein Transferüberschuss von 19 Millionen Euro erwirtschaftet werden, in den letzten zehn Jahren sogar 38 Millionen. Weiler kann sich seinen Kader jetzt selbst zusammenbauen und hat Club-unüblich nur elf Spieler verpflichtet. Reicht die neue Gelassenheit zum Wiederaufstieg?

Get up or cry trying

Die Erwartungshaltung ist hoch. Ein weiteres Krampfjahr wie 2014/15 wird Weiler nicht überleben, dazu fehlt es den Franken an Geduld. Das Tal der Tränen soll diese Saison verlassen werden und die Chancen dafür stehen gut. Um ehrlich zu sein, sind sie genauso gut wie letztes Jahr. Aber irgendwann muss es ja aufwärts gehen. Der Trainer? Ist ein Guter. Die Konkurrenz? Schläft bestimmt. Und diese Neuverpflichtungen! Bombe. Was soll auf dem direkten Weg in Liga eins noch schiefgehen?

Glubb is a Depp

Es ist wie es ist – am Ende steht der Club sich selbst im Weg. Wir scheitern am eigenen Unvermögen oder an der Ungerechtigkeit der Welt. Eigentlich ist es immer die Ungerechtigkeit. Wir können schließlich nichts dafür, wenn unsere Stürmer nicht treffen. In den bisherigen fünf Testspielen konnte immerhin ein Sieg errungen werden, darunter waren Großkaliber wie der Drittligist Würzburg und die Bayernligisten Schweinfurt und Regensburg. Wenn jetzt die anderen Klubs aus Leipzig, Freiburg oder Kaiserlautern nicht wären, ja dann würden wir ganz sicher aufsteigen. Versprochen.

Die Schlagbaren

21 Mai

Aus. Aus und vorbei. Die Bayern sind in dieser Saison zweifach gescheitert und stehen vor den Trümmern ihrer Saison. Wobei Trümmer immer noch Meister bedeutet. Eine Analyse der zwiegespaltenen Münchner Seele.

 

Mia san ausgerutscht!

Am Anfang war Dortmund. Und dann ging alles schief. Mit dem DFB-Pokal-Aus gegen den BVB wurden die Krisenwochen eingeläutet. Es folgten drei Niederlagen in der Bundesliga und die unrühmliche und deutliche Schlappe gegen Barcelona. Der Nimbus der Bayern ist nicht nur angekratzt, der Lack dieser Saison ist komplett ab. Die grenzenlosen Ambitionen der Bajuwaren wurden grandios unterlaufen, die Münchner sind wieder schlagbar. Im Fußball geht es oft um das Momentum, das gefehlt hat. Am Ende dieser Saison war es nicht nur das Momentum. Es fehlte das Heldentum, die großen Aktionen großer Spieler, das wovon Kinder nachts träumen.

Mia san Meister!

Dominiert und in Grund und Boden gespielt! Die Bayern sind in der Liga immer noch haushoch überlegen, die Bundesliga wird zum Schaulaufen für die teuren Bayernwaden. Der einstige Erzfeind Dortmund lag fast 40 Punkte hinter den Bayern und viele Mannschaften bedankten sich artig für gerade noch einstellige Niederlage. Die voreilige Kapitulation vor der Bayern-Übermacht hat Pep Guardiola überrascht: „Aus einem 6:0 kannst du nichts lernen.“ 78:18 Tore sprechen eine deutliche Sprache – die Vorherrschaft des FCB in Deutschland ist ungebrochen. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Mia werden alt!

Xabi Alonso ist ein toller Fußballer, wenn… Wenn da dieses wenn nicht wäre. Für Laufduelle ist der Spanier nicht zu gebrauchen, Zweikämpfe mit Messi oder Neymar wirkten geradezu grotesk. Auch die weitere Bayernriege hat mit der Natur zu kämpfen. Philipp Lahm (31), Bastian Schweinsteiger (30), Arjen Robben (31) und Franck Ribery (32) zahlen langsam, aber sicher den Preis jahrelanger Weltklasse-Leistungen. Die Verletzungen häufen sich, die Dauer zur Rückkehr auf altes Leistungsniveau steigt, die Top-Leistungen werden weniger. Noch immer sind alle genannten Akteure Supersuper-Spieler, keine Frage. Im Vergleich zur hungrigen Riege des FC Barcelona wirken sie aber doch einen Tick zu satt, zu zufrieden mit sich und der Welt. Vielleicht hat Oli Kahn am Ende doch Recht. Es sind die Niederlagen, die dich zu einem großen Spieler machen. Und davon hatten die Weltmeister zuletzt nicht gerade viele.

Mia kaufen nach!

Es läuft nicht auf dem Feld, dann rollt der Rubel. Auf Misserfolge haben die Münchner stets mit dem Portemonnaie reagiert, was sich über die Jahre bewährt hat. Was nicht mehr bei den Gegnern spielen kann, hilft uns vielleicht auch. Gerade auf den verletzungsanfälligen Positionen müssen die Bayern nachrüsten. Für die Außenstürmerpositionen sollten junge Talente die sanfte Nachfolge von Ribrobb antreten, was der miasanrot-Blog hier meisterhaft aufgeschlüsselt hat. Dazu ist das defensive Mittelfeld eine Dauerbaustelle. Lahm sollte doch wieder Verteidiger werden und einem Nachfolger seinen Platz in der Zentrale überlassen. Einem jungen, hungrigeren Spieler. So hungrig wie Luis Suárez, zum Beispiel.

Mia san Pep!

Trotz allem ist Pep Guardiola der wohl begabteste Coach dieser Zeit, auch wenn er ein paar Spiele verloren hat. Das zeigt nur seine menschliche Seite und dass gegen einen Barcelona-Traumsturm einfach nichts hilft. Der Katalane wird seine Lehren aus diesem Jahr ziehen und mit einem aufgefrischten Kader nächstes Jahr zurückkehren. Eine Trainerdiskussion wäre in München absolut fehl am Platz, einen besseren Mann kriegt man nicht. Und bei einer Sache kann man sich sicher sein: Ein Pep Guardiola vergisst nicht. Er notiert alles und rächt sich. Vielleicht reichen diese Niederlagen aus, den absoluten Erfolgshunger wieder zu wecken.