Gestenreich – die geheime Sprache der Fußballwelt

26 Mrz

Fußball ist Kunst. Nirgendwo sonst wird so viel geschauspielert und dramatisiert, auch nicht im Theater. Dazu kommen bühnenreife Vorführungen in Gestik und Mimik, die hin und wieder zu Missverständnissen führen können. Aber nicht mit uns. Wir klären auf, was Fußballer mit all ihren Gesten wirklich sagen wollen.

 

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Der Stinkefinger

Wie wir seit Varoufakis wissen, sendet der Mittelfinger eine ambivalente Botschaft. Als Spieler versucht man so, die gegnerischen Fans zu emotionalerem Beistand zu animieren. In allen bekannten Fällen hat das auch zu durschlagendem Hass/Erfolg geführt. Akteure wie Effenberg und Ronaldo laufen nur bei ausreichend vielen Anfeindungen zu Höchstform auf.

Der Reklamierarm

Noch eine häufig fehlinterpretierte Geste. Der gemeine Torwart will so seine Unterbeschäftigung zum Ausdruck bringen. Durch Meldung an den Schiedsrichter verlangt der Torhüter mehr Ballberührungen. Bekommt er diese nicht, hat er das Recht zur Eckfahne zu laufen und beleidigte Leberwurst zu spielen. Dadurch lassen sich auch Neuers Ausflüge erklären – schließlich hat keiner gesagt, zu welcher Fahne.

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Der Trikotkuss

Eine vermeintlich klare Geste. Ein Spieler will damit aber eigentlich nur eines ausdrücken: Der Verein ist meine echte Liebe. Bis die nächste Liebe kommt. Und zwar eine mit mehr Geld. Viel mehr Geld. Und Autos. Und Frauen wären auch geil. Aber für den Anfang sollte es mehr Geld eigentlich schon tun. Bei welchem Verein spiele ich gerade? Und wann kommt endlich das Rentenangebot aus China?

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Das Gefuchtel

Diese Bedeutung dürfte klar sein: Umstellen. Und zwar so, dass es auch funktioniert. Habt ihr meine Handbewegungen nicht gesehen? Dass du 40 Meter entfernt stehst, ist keine Ausrede! Also los, hol dir jetzt diesen Ball und schieb ihn rein! So schwer ist das jawohl wirklich nicht. Schließlich hast du einen super, super Trainer. Mit super, super komplizierten Gesten. Die eigentlich nur von meinem fehlenden Haupthaar ablenken sollen.

Der Djilobodji aka Kopf-ab-Geste

Ein klassisches Missverständnis. Djilobodji wollte seinem Gegner nur klar machen, dass eine Schwalbe hier völlig unangebracht ist. Macht man schließlich in Afrika immer so, sagt zumindest sein Manager Eichin. Wie man in Bremen sonst mit Halsabschneidern umgeht, wollen wir an der Stelle gar nicht wissen. Wahrscheinlich kriegen sie einen Job im Management.

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Die Unschuldsgeste

Unschuldig im Sinne der Anklage! Schiedsrichter, jetzt mal ernst. Der ist gerade von alleine umgefallen. Wahrscheinlich der Wind. Mein Bein zwischen seinen Beinen hatte damit nichts zu tun. Meine Arme auch nicht, wie soll ein 80kg-Mann denn bitte so leicht fallen. Eigentlich stand ich auch gar nicht sooo nah am Gegenspieler. Und vielleicht bist du auch gar nicht der Schiedsrichter, sondern Manuel Neuer. Aber das würde jetzt zu weit führen.

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Der Ohrschrauber

Der gemeine Stürmer feiert so seine Tore, will damit aber eigentlich auf ein weit verbreitetes Problem hinweisen: Hörprobleme aufgrund steigenden Alters. Wer sich jahrelang von tausenden Fans in die Ohren brüllen lässt und jede Woche Lärm wie auf einem Rockkonzert ertragen muss, der braucht sich nicht zu wundern. Es gibt Gründe, warum Stürmer nicht bis ins hohe Alter auf dem Platz stehen. Ihren Ohren zuliebe.

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