Favorit auf alles – die Bayern-Dominanz

1 Dez

„München ist wie ein Zahnarztbesuch. Muss jeder mal hin. Kann ziemlich weh tun. Kann aber auch glimpflich ausgehen.“

Diese weisen Worte von Sebastian Prödl beschreiben das diesjährige Dilemma der Bundesliga recht genau. Egal wie gut du spielst, die Bayern sind besser. Egal wie defensiv du spielst, die Bayern finden eine Lücke. Egal wie sehr du dich aufgibst, die Bayern verkloppen dich trotzdem weiter. Wolfsburg? 5:1 verdroschen. Dortmund? 5:1 verhauen. Arsenal? 5:1 vorgeführt. Die Münchner spielen in diesem Jahr in einer eigenen Liga – und das hat mehrere Gründe.

Costa

CoCo statt Robbery

In den letzten Jahren waren die Bayern nur schwer aufzuhalten. Aber es ging. Dortmund, Wolfsburg und Barcelona haben das eindrucksvoll bewiesen. Die Münchner waren abhängig von ihren Flügelflitzern, Robben und Ribery plagen sich aber schon seit Jahren mit Verletzungen. In der entscheidenden Saisonphase waren beide nicht bei 100 Prozent oder gar nicht einsatzbereit. Das ist jetzt vorbei. Robbery ist immer noch dauerverletzt, dafür haben die Bayern nun vorgesorgt. Mit Douglas Costa haben sie den besten Transfer der vergangenen Jahre eingetütet und Coman lässt seinen großen Worten große Taten folgen. CoCo kann Robbery schon jetzt ersetzen und – noch viel besser – ist deutlich variabler einsetzbar.

Kaiseresk

Jerome Boateng war bereits in den vergangenen Jahren Weltklassse. Dieses Jahr hat er sich nochmal gesteigert. Aus dem bockstarken Innenverteidiger wurde ein Spielmacher, ein Verlagerer, ein Ideengeber – kurzum, ein Mats Hummels ohne Fehleranfälligkeit. Boatengs Ausflüge und schlafwandlerisch sicheren Bälle erinnern an den Kaiser. Die Defensive der Bayern wird durch Boateng noch sicherer und noch gefährlicher. Was wirklich keine schöne Aussicht für die Konkurrenz ist.

Müllered

Das Herz der Bayern, es lebt. Das Phänomen Müller funktioniert in diesem Jahr besonders gut. Thomas Müller steht richtig, läuft richtig und trifft richtig. In Guardiolas taktischem Konzept stellt Müller eine zusätzliche Variable dar – er ist der Zufall. Und wie der Zufall es so will, finden die Bayern gegen jeden noch so gut sortierten Gegner eine Lücke.

Müller

Pep der Umbaumeister

Die Bayern rennen 20 Minuten wirkungslos an – zack, eine Umstellung, und die München-Maschinerie kommt ins Rollen. Guardiola findet gegen nahezu jeden Gegner taktische Kniffe und Ideen, die das Bayernspiel bereichern. Es scheint aktuell keine Probleme zu geben, die der Trainermagier nicht zu lösen vermag. Aber eine Aufgabe wird sich ihm diese Saison ganz sicher stellen – eine Gleichung mit drei Bekannten.

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Die Trimagischen

Es gibt europaweit einen tatsächlichen Gegner für den FCB. Und das ist der FCB. Barcelona spielt wie die Bayern seine Gegner an die Wand und führt auch erbitterte Konkurrenten scheinbar mühelos vor. Das Prunkstück der Spanier ist dabei nicht die Defensive – es ist alles andere. Ein überragendes Mittelfeld wird von einem gottgleichen Sturm übertroffen. Messi, Neymar und Suarez bilden die beste Angriffsreihe, die ich je beobachten durfte. Die Kombinationen der drei – unwiderstehlich. Die individuelle Klasse – atemberaubend. Ihr Wirken zusammen – wettbewerbsverzerrend.

Es kann – nein, es muss auf dieses Spiel hinauslaufen. In diesem Jahr sind beide Teams ihren Gegnern um Längen voraus. Bayern wird national problemlos das Double einfahren, Barcelona ebenso. Und für das Spiel des Jahres treffen sich beide hoffentlich erst im Champions-League-Finale. Alles andere wäre verschwendete Dramatik.

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