Pfundskerle – der englische Transferwahnsinn

2 Sep

Das Theater hat ein Ende – der Fußballer-Sommerschlussverkauf lief diese Woche aus. Diese Transferperiode hat eine Machtverschiebung im europäischen Fußball eingeläutet, der schwer zu widerstehen sein dürfte. Das englische TV-Geld hat den Transfermarkt verändert.

Viele Manager dürfen jetzt aufatmen, wenn sie ihre wichtigsten Spieler lange genug vor den englischen Finanzhaien verstecken konnten. Andere waren nicht so erfolgreich und haben jetzt zwar viel Geld, aber dafür weniger Qualität im Kader. Wolfsburg musste den Spieler des Jahres de Bruyne ziehen lassen, Hoffenheim ihren besten Stürmer Firmino und Leverkusen den Flügelflitzer Son. Adäquater Ersatz ist aktuell schwer zu beschaffen, da die Preise den aktuellen Marktwert der Spieler deutlich überschreiten. Die Bundesliga verliert an Attraktionen, die nur schwer zu ersetzen sind. Von der Konkurrenzfähigkeit her holen die Engländer mit Riesenschritten auf.

Die krassesten Transfer-Wert-Unterschiede:

  • Kevin de Bruyne Wert: 45 Millionen, Transfersumme: 74 Millionen
  • Anthony Martial Wert: 8 Millionen, Transfersumme: 50 Millionen
  • Roberto Firmino Wert: 25 Millionen, Transfersumme: 41 Millionen
  • Heung-Min Son   Wert: 16 Millionen, Transfersumme: 30 Millionen

Das ManCity-Phänomen

In Zeiten, in denen Verträge nichts mehr wert sind, werden aus Männern Pfundskerle. Geld regiert die Welt – zumindest im Fußball. Big-spending alleine macht aber noch keine Siegermannschaft, siehe ManCity. Das City-Phänomen dürfte sich wiederholen, viel Geld verleitet eben auch dazu, viel auszugeben. Elf gute Spieler sind noch keine Mannschaft. Diese Lehre werden einige Vereine in diesem Jahr machen. Dabei denke ich vor allem an Manchester United, die sich für irrwitzige 50 Millionen + Bonus den unbekannten Franzosen Martial gesichert haben. Hier scheint das zusätzliche Geld vor allem das Denken auszuschalten. Aber bessere und teurere Spieler erhöhen natürlich die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich zu sein. Und das bringt England mittelfristig deutlich nach vorne.

Aus der Not eine Jugend machen

Was bedeutet das für den deutschen Fußball? Was tun mit dem vielen Geld? Man kann es in einem Rucksack im Park liegen lassen oder damit wirklich etwas anfangen. England kauft jedes Jahr gute Spieler weg? Dann machen wir eben neue! Eine groß angelegte Investition in Jugendarbeit und -förderung scheint eine attraktive Alternative für Bundesligavereine zu werden. So können die Verluste an Spitzenspielern leichter kompensiert werden und darüber hinaus ist der englische Transferwahnsinn für alle anderen Vereine sehr lukrativ. Wer seine Spieler weiter erfolgreich nach England verkloppen kann, bekommt Jahr für Jahr mehr Spielraum für die eigene Mannschaft. Das Risiko der Pfundskerle bietet den deutschen Vereinen eine echte Chance.

 

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2 Antworten to “Pfundskerle – der englische Transferwahnsinn”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Pfundskerle – der englische Transferwahnsinn | re: Fußball - September 2, 2015

    […] Quelle: http://expertenamball.com/2015/09/02/pfundskerle-der-englische-transferwahnsinn/ […]

  2. Dreierkette: Drei Fragen zum De Bruyne-Transfer - September 3, 2015

    […] man sieht, mit welchen Unsummen die Vereine, insbesondere die englischen, wieder um sich werfen, kann man nur den Kopf schütteln. Lässt man einmal ausser Acht, dass diese […]

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