Die neue deutsche Ordnung

19 Mrz

Der Zweikampf Bayern vs. BVB war gestern. Die Verhältnisse in der Bundesliga haben sich gewandelt. Diese Saison hat gezeigt, welche Mannschaften großes Potential haben und wer nur noch eine große Vergangenheit hat.

Die Gipfelstürmer

Es gibt sie wieder, die Bayernjäger. Und mit Jagen meine ich Hinterherhecheln. Wolfsburg ist so stark wie nie und müsste eigentlich Meister werden, wenn nur diese Bayern nicht wären. Hecking hat dank freundlicher VW-Unterstützung eine geile Truppe versammelt, die auch in der Champions League Furore machen wird. De Bruyne ist für mich der aktuell beste Fußballer der Bundesliga und er wird noch besser. Die Defensive der Wölfe ist bissig, hinten humorlos und vorne gefährlich. Im Mittelfeld stehen mit Gustavo, Arnold und Schürrle Spieler gehobener Klasse. Lediglich im Sturm fehlt ein echter Kracher – Formbiest Dost und Lord Bendtner zum Trotz. Wolfsburg wird hier noch eine Granate verpflichten und sich als zweite Kraft im deutschen Fußball etablieren. So viel Talent und Klasse gibt es sonst nirgendwo zu sehen – von den unnahbaren Münchnern einmal abgesehen.

Der Talentschuppen

Das Spiel von Leverkusen gegen Atletico hat gezeigt, wie hässlich Fußball eigentlich sein kann. Was es nicht gezeigt hat, ist das tatsächliche Leistungsvermögen der Werkself. Son, Calhanoglu und Bellarabi haben dermaßen viel Talent zur Verfügung, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Leverkusen auch international erfolgreicher wird. Alle drei sind unberechenbar, mit extrem viel Potential gesegnet und nun eine Erfahrung reicher. Leverkusen scheiterte in den letzten Jahren am eigenen Kopf, nicht an den Füßen der Gegner. Die Mannschaft ist stark besetzt und kann deutlich mehr. In der Defensive steht mit Leno ein kommender Nationalkeeper, ansonsten muss hier ein bisschen nachgebessert werden – mit Toprak und Spahic gewinnt man keinen Blumentopf. Bayer ist für mich die drittstärkste Kraft und wird sicher wieder die Champions League erreichen. Und dann geht auch mal das Viertelfinale.

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Große Namen – tiefer Fall

Ach Dortmund. Ich wollte wirklich an euch glauben. Trotz vieler Niederlagen, trotz der großen Kopf-Krise, trotz der offensichtlichen Probleme im Kader. Diese Seuchensaison ist noch nicht vorbei, wirft aber bereits einen schweren Schatten auf die nächste. Der BVB wird Europa in der Liga nicht erreichen, dazu fehlt es aktuell an allen Enden. Die große Chance auf die Europa League bietet der DFB-Pokal, sofern der BVB nicht gegen Bayern oder Wolfsburg spielen muss. Und was dann? Unbestritten ist, dass der BVB immer noch große Namen hat – Reus, Hummels oder Gündogan. Gleichzeitig werden viele Schwächen dieser Saison nicht einfach über Nacht verschwinden. Weidenfeller hat seine besten Tage hinter sich, ein starker Nachfolger ist nicht in Sicht. Die Außenverteidiger Schmelzer, Piszczek und Großkreutz, der mit der WM scheinbar mit dem Profifußball abgeschlossen hat, hatten ihr Leistungspeak. Und der einst gefürchtete Klopp-Sturm ist nur noch ein laues Lüftchen. Der BVB und Klopp werden weiter fallen. Und wieder aufstehen. Allerdings nicht in alte Höhen, Dortmund kämpft jetzt um die Europa League. Und hat nach diesen Juventus-Auftritten auch nicht mehr verdient.

Selfmade – wo Knappen zu Rittern werden

Die Einkaufspolitik der Schalker ist eine Katastrophe. Das musste einmal gesagt werden. Nennen wir hier nur mal Sam oder Boateng, die auf Schalke nicht wirklich glücklich werden. Gleichzeitig haben die Knappen die beste Jugendausbildung der Liga, nirgendwo sprießen so viele Talente aus dem Boden wie in Gelsenkirchen. Sei es Draxler, Meyer, Sané, Ayhan oder Platte – sie alle sind bereits oder etablieren sich gerade als Säulen der Schalker Zukunft. In der Champions League gelang fast die Sensation gegen Real, gerade die Jungstars deuteten ihr Können hier an. Wenn Di Matteo sein Defensiv-Dogma etwas auflockert und seine Knappen sich ihre Sporen verdienen lässt, spielt Schalke auch weiter oben mit. Vor Augsburg, vor Gladbach und auch vor Dortmund. Für Schalke spricht die Zeit, die Erfahrungen und die Knappenschmiede. Für die ganz Großen der Liga reicht es aber noch nicht.

Untouchable

Zu den Bayern muss man nicht viel sagen. Sie haben die besten Spieler, den besten Trainer und das meiste Geld. Gerade der letzte Punkt ist der gewichtigste. Wenn Robben und Ribbery nicht mehr liefern, kauft Bayern eben neue Zugpferde. Aktuell befürchte ich, dass de Bruyne und Bellarabi früher oder später in München landen werden. So oder so, die Bayern dominieren die Liga jetzt und auch in naher Zukunft. Holt also schon mal eure Ferngläser raus, hoch oben thronen weiter die Bayern.

 

 

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