Zurück in die Zukunft – 4 Gründe, warum es bei Dortmund wieder läuft

6 Mrz

ZurückZukunft

Der BVB kontert überfallartig, spielt Gegner an die Wand und Jürgen Klopp darf nach Torerfolgen die Motorsäge auspacken. So weit, so 2012. Dortmund hat nach zuletzt vier Siegen in Folge unter der Woche auch im Pokal gegen Dresden schmutzig gewonnen, die Kopfkrise des Jahres 2014 scheint vergessen. Lediglich in der Champions League läuft es nicht so richtig, die BVB-Maschinerie kommt aber Woche für Woche mehr auf Touren. Und kann sogar diese Saison zu einer guten machen – mit alten Tugenden in eine bessere Zukunft. 4 Gründe für den neuen alten BVB:

Who the fuck is Lewandowski

Dortmund hat viel Geld ausgegeben, um die ballverarbeitende Tormaschine Robert Lewandowski zu ersetzen und es ist dem BVB nicht gelungen. Es war einfach der falsche Ansatz, diesen Stürmertyp auf diesem Niveau gibt es für Geld nicht zu kaufen. Klopp musste nicht seinen Stürmer ersetzen, er musste den Spielstil der Borussia umstellen. Die hohen, weiten Bälle auf Lewandowski waren für Immobile, Aubameyang und Ramos das falsche Mittel. Jetzt regieren beim BVB Schnittstellenpässe und Sprintduelle, was dem Flash-Angriff Reus-Aubameyang entgegen kommt. Dortmund hat die Lewandowski-Krise überwunden, musste sich dafür aber verändern. Und Veränderungen brauchen Zeit.

Denker und Lenker

Sahin und Gündogan warn Hirn und Schaltzentrale der größten BVB-Erfolge der letzten Jahre. Danach scheiterte Sahin bei Real Madrid und Gündogan an seinem eigenen Körper. Sahin war nach seiner Rückkehr zu Dortmund die meiste Zeit damit beschäftigt, die Reste seines ehemals großen Selbstbewusstseins aufzukehren. In der Krise war Sahin kaum eine Hilfe, zu wenig 2012 steckte in ihm, zu wenig Ego, zu wenig Wille. Mit den jetzt einsetzenden Erfolgen kehrt das Selbstverständnis zurück – und damit auch der alte Sahin. Nicht viel besser lief es für Gündogan. Der schon als Nachfolger von Xavi beim FC Barcelona ausgerufene Star hatte mit hartnäckigen Verletzungen zu kämpfen, die sein leicht wirkendes Spiel hemmten. Plötzlich war alles schwer und Mut ist das Erste, was in einer Krise verloren geht. Jetzt gewinnt Dortmund wieder, mal schön, mal schmutzig, aber sie gewinnen. Und mit jedem Sieg lockern sich die mentalen Bremsklötze weiter.

Der Star ist der Star

Dortmund galt als mannschaftlich geschlossene Truppe, die durch Einsatz, Motivation und den unbedingten Willen zum Erfolg kam. Der Star war die Mannschaft. Das ist jetzt passé, die Leistungsdichte hat sich verändert. Reus ist der unumstrittene Star, von dem eigentlich alles abhängt. Spielt er gut, gewinnt die Borussia. Ist er verletzt – nun ja. Auch ohne Hummels, Gündogan und Aubameyang geht nicht viel, sie sind die Stützpfeiler des Teams. Dafür hat das Team an Schwachstellen gewonnen, auch wenn das hart klingen mag. Roman Weidenfeller hat mit dem WM-Triumph innerlich mit Spitzenfußball abgeschlossen und muss nach der Saison dringend ersetzt werden. Kirch und Schmelzer sind keine beängstigenden Flügelläufer, Kirch war es noch nie und Schmelzer kann es momentan nicht nachweisen. Schwerwiegender ist die Permakrise von Mkhitaryan. Der Armenier sollte das Angriffsspiel des BVB bestimmen und das Tempo diktieren, momentan scheitert er an den einfachsten Dingen und hat eine Risikoaversion entwickelt, die Angela Merkel zu Ehren reichen würde. Das ist de facto alles nicht schlimm, es ist sogar normal. Teams bestehen aus guten und weniger guten Spielern, der BVB wurde lediglich ein Stück gewöhnlicher.

Der Klopp-Effekt

Klopp gilt als einer der größten Motivatoren im Fußballgeschäft. Er kann ein Team in einen Flow bringen, der es weit über die eigenen Fähigkeiten hinaus trägt. In der Krise dieser Saison wollte so recht kein Flow entstehen, der BVB dümpelte von Spiel zu Spiel. Erst jetzt stellen sich wieder Erfolge ein und der BVB setzt dazu an, einen richtigen Lauf zu entwickeln. An diesem Wochenende spielt der BVB gegen Hamburg, alles andere als ein klarer Sieg der Kloppschen Jungs würde mich überraschen. Läuft bei dir, BVB. Und es wird auch weiter laufen. Der BVB schafft mindestens die Europa League und wird in der Champions League Juventus in einem fulminanten Rückspiel ausschalten. Wenn das erreicht ist, läuft das Motivationsmonster BVB wieder zu alter Hochform auf. Und dann geht eigentlich alles.

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2 Antworten to “Zurück in die Zukunft – 4 Gründe, warum es bei Dortmund wieder läuft”

  1. Telly März 6, 2015 um 6:07 pm #

    Wie hätte Sahin eine Hilfe sein können? Er war fast die ganze Hinrunde verletzt.

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