Fifty shots of Dost – die Elf des Spieltages

22 Feb

Fifty shots of Dost

Bas Dost

4 – 2 -2. Das ist nicht die neueste Taktikvariante von Pep Guardiola, sondern die Torausbeute von Dost in den letzten sieben Tagen. Der Wolfsburger locht derzeit häufiger ein, als der Titelheld eines hier adaptierten, aber nicht näher genannten Films. Dost ballert, Dost trifft, Dost feiert. „Fifty shots of Dost“ braucht es dazu nicht einmal,  aktuell steht der Holländer einfach immer richtig und verwertet gnadenlos. Vielleicht kennen seine Gegenspieler nur nicht das richtige Safe-Wort. Wir kennen es auch nicht, tippen aber mal auf Bas-Don’t.

Robert Lewandowski

Krise bei den Bayern! Also bei Lewandowski! Der hat mindestens zwei Spiele nicht getroffen! Leider muss man alle Bayernhasser jetzt enttäuschen, Lewandowski stört sich an der Kritik nicht sonderlich und schenkte am Wochenende Paderborn zwei Tore ein, seine Saisontore neun und zehn. Der Pole glänzt nicht mehr wie zu Dortmunder Zeiten, aber das kann man beim FC Bayern auch kaum mehr erwarten. Am Bayernhimmel leuchten einfach zu viele Sterne.

Arjen Robben

Der hellste dieser Sterne ist fast jede Woche Arjen Robben. Jeder Verteidiger kennt den Robben-Move zur Genüge, Verteidigen kann ihn trotzdem keiner. Es ist wie mit dem Vorsatz früh aufzustehen: Man versucht es jedes Mal und danach kommt man sich extrem dumm vor. An diesem Spieltag darf man die Paderborner Meha und Hartherz deshalb mit Fug und Recht Dumm und Dümmer nennen.

Andre Breitenreiter

Wenigstens ein Paderborner hatte bei diesem Spiel aber seinen Spaß. Der Trainer des Underdogs bedankte sich bei der Pressekonferenz artig für „das tolle Erlebnis“. Endlich konnte er mal dabei sein, wenn eine Mannschaft abgeschlachtet und vorgeführt wird. Seine Paderborner waren so chancenlos, dass sie an diesem Tag vielleicht lieber Lotto statt Fußball gespielt hätten. Und noch besser für Breitenreiter: Nächstes Jahr kann er wieder mehr Spiele der Bayern live sehen – schließlich spielt die 2. Bundesliga zeitversetzt.

Branimir Hrgota

Auferstanden aus der Bayern-Asche, aber nicht mit Hrgota. Die zuletzt vernichteten Hamburger sahen gegen Gladbach lange wie der sichere Sieger aus, bis Hrgota in der Nachspielzeit ein schäbiges Ausgleichstor erzielte. In seiner Freizeit spielt Hrgota gerne Brettspiele und auch dabei verliert er nie. Läuft es nicht, wirft er das Brett einfach um. Verliert er bei Schnick-Schnack-Schnuck, verwendet er eben Brunnen. Don`t fuck with Spielverderber Hrgota.

Marvin Hitz

Endlich Konkurrenz für Manuel Neuer. Der Nationaltorhüter schien auf Jahre keine Gegner fürchten zu müssen, jetzt ist ihm in Marvin Hitz ein ebenbürtiger Torfeldspieler entgegen getreten. Gegen Leverkusen vollendete Hitz „den Neuer“, er stürmte bei einer Ecke nach vorne und schoss das Ausgleichstor selbst. Man kann schon ahnen, wo das hinführt: In nicht allzu naher Zukunft werden nur noch Torhüter aufgestellt, schließlich sind die erwiesenermaßen die besseren Verteidiger, Mittelfeldspieler und Stürmer.

Raphael Wolf

Nicht jeder Torhüter hatte an diesem Spieltag seinen besten Tag, Raphael Wolf scheint aber nur selten überhaupt einen guten Tag zu haben. Gegen Schalke 04 spielte er als Schaf im Torwarttrikot die Hauptrolle in „Patzermania“ und ließ einen Schuss von Meyer gütig passieren. Auch danach war Wolf wild entschlossen, die Siegesserie der Bremer zu beenden. Ausgerechnet sein Pendant auf der Gegenseite, Timon Wellenreuther, der Sandkastenbubi aus Schalke, patzte ebenfalls und ließ den starken Bremern immerhin einen Punkt.

Mitchell Weiser

Die Bayern und ihr Starensemble marschieren weiter durch die Liga. Trotzdem musste ich mir beim 6:0 die Augen reiben, schließlich erzielte Mitchell Weiser per Lupfer das zwischenzeitliche 5:0. Dabei zeigte er mehr Gefühl als Ed Sheeran bei einer seiner Powerballaden. Ist das tatsächlich der Weiser, der noch vor kurzem bei Kaiserslautern im Mittelmaß versank? Entweder Guardiola kann zaubern oder Weiser hat sein Talent über lange Zeit nur gründlich versteckt. Zumindest ist man jetzt weiser (haha), der Junge kann also wirklich kicken.

Carlos Zambrano

Der große Zambrano holte sich in ebendiesem Spiel eine Rote Karte ab. Gefühlt war das schon die Zehnte seiner Karriere, tatsächlich musste der Kung-Fu-Kämpfer unter den Verteidigern noch nie vom Platz. Bei so viel Brutalität und Härte noch kein Platzverweis – das klingt ebenso wahrscheinlich, wie eine Prostituierte, die erst nach mehreren Jahren ihre Jungfräulichkeit verliert. Zumindest hat der Frankfurter jetzt eine Woche Zeit darüber nachzudenken, wie er seine Fouls in Zukunft besser versteckt.

Johannes Geis

Dreist, dreister, Geis. Gegen Frankfurt packte der Mainzer einen so frechen Freistoß raus, dass sein Vater zuhause reflexmäßig den Gürtel zur Hand nahm. Kevin Trapp im Tor der Frankfurter hatte eine solche Frechheit nicht erwartet und sprang beim Versuch einer Parade gegen den Pfosten. Geis war das egal, er brachte die Mainzer mit seinem Tor auf die Siegesstraße und fuhr nach dem Spiel kichernd mit dem Fahrrad über einen gesperrten Rasen. Ohne Licht. Thug life eben.

Timo Baumgartl

Der emotionalste Moment gehörte an diesem Wochenende überraschenderweise einem Stuttgarter. Nach der verdienten Niederlage gegen den BVB trotteten die Spieler in Richtung ihrer Fans und erwarteten eine erneute Abreibung. Vor allem Baumgartl war hundeelend zumute, schließlich hatte er den 3:2-Siegtreffer durch Reus mustergültig aufgelegt. Die Fans dachten aber gar nicht daran und nahmen ihre Spieler in den Arm und trösteten sie. Die Stuttgarter Fans, die seit Wochen miserable Leistungen ihrer Mannschaft sehen müssen, bauten ihre Spieler auf und sprachen ihnen Mut zu. Kein Hass, keine Beleidigungen. Wer so einen Rückhalt hat, kann eigentlich nicht absteigen.

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