Wolfsjagd

2 Feb

Am Freitagabend hatte das lange Warten ein Ende – die Bundesliga öffnete wieder ihre Pforten und wartete gleich mit einem Spitzenspiel auf. Die unschlagbaren, omnipräsenten und vor Selbstbewusstsein fast platzenden Bayern mussten auswärts beim Vfl Wolfsburg ran. Und wurden richtig verhauen. Das Duell war kein Spiel auf Augenhöhe, die bisher immer weit überlegenen Bayern waren das schwächere Team. Wolfsburg spielte für den verstorbenen Junior Malanda und legte dermaßen viel Wucht und Leidenschaft ins Spiel, dass selbst die Bayern nicht folgen konnten.

Die Offensive der Wölfe war giftig, gefährlich und hocheffizient. Der in der Hinrunde als Chancentod verschrieene Dost netzte zweimal spektakulär ein – vor allem der zweite Treffer zeigte die Klasse des Holländers. Per Vollspann mit Spin in den Winkel, keine Chance für Manuel Neuer. Bisher waren die wenigen Stürmertore ein Problem für Wolfsburg, der treffsicherste Stürmer Olic hat sogar den Verein gewechselt. Aber Dieter Hecking hat seine Mannschaft brutal gut auf die Bayern eingestellt und ließ mit offenem Visier spielen. Und mitspielen scheint tatsächlich ein Mittel gegen die ballverliebten Guardiola-Schüler zu sein. Ein ums andere Mal rollte das Wolfsrudel auf Neuer zu und sorgte permanent für Gefahr. Naldo, Vierinha, Arnold, Dost, de Bruyne – allesamt mit einer tadellosen Leistung. Vier Tore waren am Ende etwas zu hoch, Neuer musste in diesem einen Spiel ebenso viele Gegentore hinnehmen, wie in den 17 Spielen zuvor. Lag das an den schwachen Münchnern oder den gierigen Wölfen?

An beidem. Die Münchner hatten nicht ihren besten Tag und wurden von der kämpferischen Leistung Wolfsburgs überrascht. Rode spielte schwach, Schweinsteiger fehlte sichtlich die Spielpraxis, Alonso streute viele Ballverluste ein und Dante scheint die WM immer noch nicht verdaut zu haben. Zudem wechselte Guardiola statt dem Sieg diesmal Schwächungen ein (Weiser). Die Offensive stotterte beträchtlich, was aber der herausragenden Leistung der Wolfsdefensive anzurechnen ist. Das Prunkstück war aber der Angriff der Hausherren rund um das Wunderkind Kevin de Bruyne. Ich habe vor der Saison geahnt, dass de Bruyne explodieren wird. Aber solche Spiele und solche Solos wie beim 4:1 konnte keiner erwarten. Seine momentane Form ist einfach unglaublich, einen besseren Zehner hatten sie in Wolfsburg nicht mal in der Meistersaison 2008. Spielt der Vfl annähernd so weiter, ist ihnen die Champions League nicht mehr zu nehmen. Aktuell erwarte ich eine richtige Serie der Wölfe, das Momentum ist auf ihrer Seite und ein Sieg gegen die Bayern gibt einen verdammt großen Schub. Vielleicht wackeln die Bayern ja weiter, dann kann sogar der Meisterschaftskampf nochmal spannend werden. Auch wenn das bei immer noch acht Punkten vielleicht zu viel der Träumerei ist.

Auch abseits des Platzes hat Wolfsburg eine Kampfansage an den Platzhirsch gerichtet. Andre Schürrle, der Weltmeisterflügelflitzer und Rekordeinwechselspieler, soll für knapp 30 Millionen Euro kommen und das Wolfsrudel verstärken. Mit einem qualitativ so guten Kader muss man eigentlich um die Meisterschaft mitspielen, wenn die Überbayern nur nicht wären. So übernimmt Wolfsburg den vor der Saison scheinbar gefestigten Platz des BVB als erster Bayernverfolger. Momentan sieht es nicht so aus, als würden sie diesen Posten so schnell wieder abgeben. Die Wölfe sind hungrig.

 

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Eine Antwort to “Wolfsjagd”

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  1. Wolfsjagd | re: Fußball - Februar 2, 2015

    […] Quelle: http://expertenamball.com/2015/02/02/wolfsjagd/ […]

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