Schaafs Köpfe – die Gewinner der Eintracht

8 Dez

Wuchtig, gefährlich und verdammt erfolgreich – die Eintracht 2014 schwingt sich auf zu neuen Höhenflügen. Thomas Schaaf hat die prominenten Abgänge kompensieren können und Frankfurt ein neues Gesicht gegeben. Wir zeigen Schaafs neue (alte) Köpfe.

 

Alexander Meier

Nicht Lewandowski, Kießling oder Huntelaar führen die Torschützenliste an, sondern Alex Meier. Die Vereinsikone ist gerade dabei, eine lebende Legende zu werden. Nach 14 Spieltagen hat Meier zehn Mal geknipst, gegen Bremen traf er gleich doppelt. Seine Treffer 109 und 110 im Trikot der Adler sicherten drei Punkte und bestätigten die furiose Form der letzten Wochen. Der Torjäger ist nicht mehr der Jüngste, er jagt auf dem Feld nicht mehr jedem Ball hinterher. Muss er aber auch gar nicht, ein Meier steht nämlich da, wo der Ball hinkommt. Und schiebt/köpft/schubst/streichelt ihn dann rein. Wäre Meier mit seinem Torriecher ein Trüffelschwein, würde die Eintracht in einer Liga mit den Bayern spielen. Man sollte in Frankfurt darüber nachdenken, eine Straße nach Meier zu benennen und ihm ein Denkmal zu setzen. Und dann sollte man in die Kirche gehen und beten, dass dieser Meier noch einige weitere Jahre das Trikot mit dem roten Adler überstreift.

Marc Stendera

Der Jungspund hat sich unter Schaaf durchgesetzt und auch gegen Bremen wieder brilliert. In der 80. Minute setzte er mit einem fulminanten Volley den Schlusspunkt einer denkwürdigen Partie. Dass der Junge Potential hat, weiß inzwischen die ganze Liga: technisch versiert, mit einem guten Auge für den Mitspieler und dazu immer gefährlich vor dem Tor – Stendera ist ein Mann der Zukunft. In dieser Saison bekommt er das Vertrauen und er zahlt es Woche für Woche zurück. In spätestens zwei Jahren ist der Jungadler ein Mann für Jogi Löw, der dann in der Offensive ein weiteres Juwel zur Auswahl hat. Aber mit wahnsinnig talentierten Spielern ist es wie mit allen aufstrebenden Sternen – sie können auch verglühen. Unter Eismann Schaaf hat Stendera die besten Voraussetzungen, um cool zu bleiben und weiter zu lernen.

Felix Wiedwald

Die Verletzung von Kevin Trapp schien ein herber Rückschlag für Frankfurt zu sein, rettete der Keeper doch immer wieder Punkte für sein Team. Sein bis dahin unbekannter Ersatz Felix Wiedwald hatte also einen großen Schatten vor sich, aus dem er mit zahlreichen Paraden hervortrat. Nach jetzt zehn Einsätzen ist Wiedwald einer der besten Keeper der Liga und konnte Trapp tatsächlich vergessen machen. Mitte Dezember kehrt Trapp voraussichtlich ins Training zurück, was die Eintracht zu einem Luxusproblem führt: Welchen der beiden Keeper setze ich ein? Den der Nationalmannschaftsaspiranten Trapp oder den Shootingstar der Torhütergilde Wiedwald? Wohl dem, der solche Probleme hat.

Haris Seferovic

Viele Eintracht-Einkäufe der letzten Jahre gerieten zu Ladenhütern, Seferovic scheint hier eine Ausnahme zu sein. Mit fünf Toren hat der Schweizer einen gehörigen Anteil am Aufschwung des Adlers und das trotz der starken Konkurrenz im Sturm durch Piazon und Kadlec. Neben der Tormaschine Meier erspielt Seferovic immer wieder Chancen für sich und seine Mitspieler und ist sich dabei für keinen Zweikampf zu schade. Der Arbeiter unter der Stürmern verrichtet sein Werk für das Wohl der Mannschaft – Schaaf dankt es ihm mit Einsätzen.

Thomas Schaaf

Alte Liebe besiegt, die neue im Sturm im erobert – für Thomas Schaaf könnte es gerade nicht besser laufen. Mit 27 Toren stellt sein Team die drittbeste Offensive nach Wolfsburg und den Bayern und steht wie zu besten Bremer Zeiten für ein gehöriges Spektakel. Allein in den letzten drei Partien netzten die Frankfurter zehnmal. Schaaf hatte nach seiner langen Bremer Zeit etwas den Ruf weg, altbacken zu sein. An neuer Stätte zeigt der Neu-Adler der ganzen Liga, dass er gnadenlose Offensive, Pressing und modernen Trainer-Schnick-Schnack beherrscht. Aktuell schnuppert Frankfurt an den Europa-League-Rängen. Sollte am Ende der Saison tatsächlich der Europa-Coup gelingen, muss auch der letzte Kritiker den Schaaf-Sinn der neuen Eintracht anerkennen.

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