Klopp und die Jagd nach Europa

10 Nov

Der erste Schritt aus der Krise ist gemacht. Bis nach Europa müssen noch viele weitere folgen, sonst droht der Verlust der Starspieler – Reus, Hummels und Co. werden sich so nicht weiter binden lassen. Der eigene Erfolg wird für Klopp zum Problem, will er seine Mannschaft beisammen halten, ist er zum Siegen verdammt.

Wer den BVB am Sonntag feiern sah, könnte meinen, die Borussia hatte gerade die Champions League gewonnen, mindestens. In der harten Realität gab die Klopp-Elf lediglich die rote Laterne der Liga ab und steht nicht mehr auf einem Abstiegsrang. Wer das Spiel gesehen hatte, konnte das eigentlich nicht glauben. Zwischen dem Tabellenrang der Borussia und ihrem Spiel liegt ein wahnwitziger Abstand. Der bisherige Zweite Gladbach wurde vorgeführt und spielerisch windelweich geprügelt, am Ende verlautete die Statistik 22:1-Torschüsse. Klopp hat es endlich geschafft, seine Mannschaft auf die Situation einzustellen. Wie er das gemacht hat, stellt sämtliche Experten vor ein großes Rätsel.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Dortmund agierte wie in der Meistersaison 2011/12, mit einem brutalen Pressing, kompromissloser Defensive, unermüdlichem Einsatz und individueller Klasse. Was Reus, Mkhitaryan und Aubameyang in der Offensive veranstalteten, war Weltklasse. Wie Kehl die Bälle verteilte und klaute – ein schwarzgelber Alonso. Wenn der BVB auch nur annähernd diese Leistung in anderen Spielen bringt, hauen sie alle Teams bis auf die Bayern weg. Gegen die Kloppsche-Pressingmaschine ist kein Kraut gewachsen, wenn sie denn einmal läuft. Das Herz der Maschine, der Angriff, stotterte letzte Zeit aber häufiger. Hier als exemplarisches Beispiel das Siegtor der Dortmunder, welches man mit Fug und Recht als „Kacktor des Jahres“ bezeichnen kann.

Der Erfolg der letzten Jahre hatte die Borussia beliebt gemacht und das ist ein riesiges Problem. Die Wertschätzung der Vereine gilt den BVB-Pressingwundern, die sie Klopp gerne abkaufen würden. Schon jetzt laufen die Spekulationen um Reus auf Hochtouren, andere könnten folgen. Schafft es der BVB am Ende der Saison nicht nach Europa, sind einige Stars weg. Schafft er es nur in die Europa League, ist mindestens Reus weg. Klopp hat also keine Wahl, er muss alles riskieren, um irgendwie noch Platz vier zu erreichen. Nur mit Aussicht auf die Champions League hält die Borussia ihr Standing bei ihren eigenen Spielern und bei anderen.

Der beste Schlechteste aller Zeiten

Klopp wird wüten, seine Elf wird rennen, das Stadion wird brennen. Dieser BVB muss jetzt richtig austicken und seine Gegner reihenweise vom Platz fegen, neun Punkte müssen aufgeholt werden. Schafft die Borussia das nicht, wird der Abstand zu den Überbayern astronomisch. Schon jetzt droht der Bundesliga die Bayern-Langeweile. Ohne Dortmund in Topform könnte das schnell zu einer langandauernden Alleinherrschaft ausarten. Irgendwer muss schließlich die Bayern jagen. Klopp und Co. müssen aber zuerst auf die Jagd nach Europa. Da angekommen, kann endlich wieder der große Feind in Angriff genommen werden. Und dann gerne auch mit Kacktoren á la Kramer.

 

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