Die Wochenendkrise

27 Okt

Unter der Woche liefert der BVB mitunter meisterliche Leistungen, am Wochenende dilettieren die Stars durch die Arenen der Republik. Klopp siegt auf großer Bühne, bewältigt er aber auch den Alltag? Kann Kloppo Krise?

Die Leistungen in der Champions League und der Bundesliga stehen in einem so krassen Gegensatz, dass die üblichen Antwortmechanismen wegfallen. Ja, der BVB ist verletzungsgeplagt. Ja, einige Spieler sind außer Form. Ja, die bösen WM-Nachwehen. Ja, die neuen, noch nicht eingeschlagenen Transfers. Aber diese Punkte würden nur greifen, wenn sie unter der Woche nicht völlig ausgehebelt würden. Der Wahnsinn brach sich in den letzten Wochen bände.

Arsenal London, was nicht gerade unter Laufkundschaft läuft, RSC Anderlecht und Galatasaray Istanbul – drei Spiele – neun Tore – neun Punkte. Die Borussia ist bisher das beste Team der CL-Vorrunde, vor den Bayern oder Real. In der Liga hat der BVB einen Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsplatz und verlor zuletzt nacheinander gegen Mainz, Schalke, Hamburg, Köln und Hannover. Eine bipolare Störung ist ein Witz dagegen.

Stresstest – durchgefallen!

Es waren die eigentlichen Stars, die zuletzt Probleme machten. Der Weltmeister Roman Weidenfeller patzt in der Liga fröhlich vor sich hin und kann seinem Team nur wenig Sicherheit geben. Die letztjährige Neuentdeckung Erik Durm ist zwar offensiv stark, verschuldete zuletzt aber massig Gegentore. Hier zeigt sich die Schwierigkeit des Kloppschen-Kniffs: Die Defensiv-Qualitäten des gelernten Stürmers sind ausbaufähig, technisch versierte Gegenspieler narren den Youngster mit einer schwindelerregenden Häufigkeit. Den Namen di Maria sollte man in Durms Gegenwart lieber nicht erwähnen. Der Superstar Reus ist durch eine erneute Verletzung nicht wirklich fit, Hummels und Subotic kriechen scheinbar auf dem Zahnfleisch und die Sechser gehen Klopp regelmäßig kaputt. Kehl, Gündogan, Bender und Sahin kämpften zuletzt alle mit Verletzungen.

Mehr Baustellen als Spieler

Die Neueinkäufe sind bisher auch nicht als echte Verstärkungen in Erscheinung getreten. Immobile muss seine Rolle im System erst noch finden, Ramos bekommt von Klopp nur wenig Vertrauen, Ginter reiht sich in die Weltmeister-Problemfälle ein und Kagawas Rückhol-Märchen besteht den Realitätscheck nur bedingt. Trotz aller Probleme ist diese Mannschaft ein absolutes Top-Team. Die individuellen Fähigkeiten der Borussia haben in der Form nur die Bayern und mit Abstrichen Leverkusen, eine noch längere Krise scheint eigentlich nicht möglich. Das Motivationsmonster Klopp muss seine Spieler aus dem mentalen Loch reißen und die Bundesliga-Lethargie aus den Knochen schütteln. Denn wer soll bitteschön die Bayern jagen, wenn nicht der BVB? Hoffenheim? Wolfsburg? Oder am Ende Vizekusen?

 

Die nächsten Wochen werden hart für Klopp, medial muss er viel aushalten und sich wahrscheinlich auch von diversen Medien anzählen lassen. Einen besseren Trainer gibt es in der Bundesliga aber nicht, nur ein Pep Guardiola spielt in der selben Preisklasse wie Kloppo. Der beste deutsche Trainer muss jetzt simple Lösungen finden und ich bin zuversichtlich, dass das Improvisationsgenie den Arbeitsethos aus der Woche auch auf das Wochenende verlagern kann. Als nächster Aufbaugegner stehen die Bayern bereit, mehr Champions League geht in der Bundesliga nicht. Aber CL können sie ja schließlich in Dortmund.

 

 

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Eine Antwort to “Die Wochenendkrise”

  1. Julian Koch Oktober 28, 2014 um 12:24 pm #

    Auf den Punkt gebracht! Die Diskrepanz zwischen CL und BuLi ist einfach nicht erklärbar. Bin grundsätzlich kein Freund davon zwei (oder gar mehr) Spiele miteinander zu vergleichen, diese Saison muss man das beim BVB aber leider machen. Bin zuversichtlich, dass sich die Borussia am Ende hinter Bayern und der erstarkten anderen Borussia einreihen wird – auch wenn dafür nun endlich der Knoten platzen muss! Ich vermute, dass jede weitere vergebene Großchance, den Stachel des verlorenen Selbstbewusstseins in der Liga, nur tiefer in die Psyche drängt! Also BVB, hopp hopp, die Uhr steht kurz vor Zwölf!

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