Mein lieber Schieber – eine Würdigung

27 Aug

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Es läuft die 47. Minute im Olympiastadion in Berlin und mein Weltbild bröckelt zunehmend. Julian Schieber hat gerade zum zweiten Mal für die Hertha getroffen und zeigte auch sonst einen unfassbar guten Auftritt. Schieber. Gut. Getroffen. Diesen Dreiklang habe ich seit Jahren schmerzlich vermisst, er wurde durch vielfache Schelten und Verwünschungen ersetzt. Schieber war everybodys Chancentod. Wenn sein Name erwähnt wurde, hagelte es von Fanseite Schmähungen, auf die sich eigentlich alle einigen konnten. Schieber wird eingewechselt? Der Trainer schenkt das Spiel ab! Schieber trifft nicht? Habe ich doch gesagt! Schieber vergibt eine Großchance? Den hätte sogar meine Uroma gemacht! Aber das ist jetzt vorbei. Julian Schieber und die Hertha, das ist Schieber 2.0, da passt Arsch auf Eimer, jetzt geht es von vorne los.

Und wie fing die Akte Schieber eigentlich an? Der Stern von Julian Schieber ging in der Saison 2010/2011 so richtig auf. In 29 Ligaspielen netzte Schieber sieben Mal und sammelte 16 Scorerpunkte, eine mehr als ordentliche Quote. Darauf folgte ein mäßiges Jahr beim VfB Stuttgart, was an einer langwierigen Verletzung lag. In dieser Zeit zeigte Schieber exakt ein gutes Spiel: Am 28. Spieltag gegen Borussia Dortmund. Er traf zweimal und hatte Klopp und Co. ordentlich beeindruckt – Dortmund verpflichtete Schieber nach der Saison, trotz nur drei Toren in 18 Spielen. Diese Liaison war das größte Missverständnis in Schiebers Karriere. Die ambitionierten Dortmunder mit ihrem Killerpressing und der Büffelstürmer Schieber – das konnte nicht gut gehen. Nach zwei Jahren, 57 Spielen, sechs Toren und mindestens 100 Pamplethen und Verrissen in jeglichen Medien endete dieses Kapitel. Und Schiebers neues Leben begann.

Schieber gehört zur bedrohten Gattung der Mittelstürmer. Dabei ist er keine Tormaschine wie Stefan Kießling, Schieber ist ein Kämpfer, ein Beißer, einer der die Verteidiger so lange nervt, bis er seine Chance bekommt. Einer, der sich für seine Mannschaft opfert – Schieber, der Teamplayer. Aufgrund seiner bulligen Statur traut man dem 25-Jährigen technisch nicht allzu viel zu und in den zwei Dortmunder Jahren wirkte Schieber irgendwie gehemmt. Die zahlreichen Pfiffe und Kritiken hatten ihre Wirkung nicht verfehlt, der einstigen DFB-Nachwuchshoffnung gelang nicht viel. Dabei kann er es doch. Gegen Bremen vernaschte er den Abwehrklotz Lukimya mehrfach sehenswert und war ein permanenter Brandherd. Nach dem Spiel wurde Schieber mit viel Applaus bedacht und – das kannte er gar nicht mehr – wurde von den eigenen Fans frenetisch gefeiert. Schieber könnte mit Hertha sein Glück gefunden haben. Ab jetzt ist Schieber wieder ein Gewinner – und bombt sich durch die Strafräume der Liga

Auch die Experten am Ball haben den ein oder anderen Schieber-Witz gerrissen, es war aber auch zu einfach. So schnell wie man runtergeschrieben wird, kann man auch wieder hochgeschrieben werden. Und bitteschön, Julian Schieber, das hast du dir mittlerweile wirklich verdient. Die Experten am Ball widmen Schieber daher die Reihe #schieberwinningthings. Julian Schieber ist ein Gewinnertyp, der in eigentlich allen Situationen den Sieg davontragen kann. Wir haben einige seiner besten Momente festgehalten.

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#schieberwinningthings

Schon Ali konnte damals auf die Hilfe des bulligen Stürmers bauen. Ob der Atmosphäre wirkt Schieber hier nur etwas blass um die Nase.

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#SchieberWinningThings

Deutschland sucht den Superstar – klar, Schieber war auch da. Schlechter singen kann er schließlich auch nicht.

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#schieberwinningthings

Ned Stark hat es geahnt und alle davor gewarnt: „Schieber is coming“. Aber zu spät, der neue Held kommt bereits, um den Fußballthron zu erobern.

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#SchieberWinningThings

Auch in der virtuellen Welt ist Schieber zuhause. Hier verpasst er gerade Ganon den letzten Schlag. Link ist als schmückendes Beiwerk dabei.

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#schieberwinningthings

Da kann sich Usain Bolt strecken wie er will – Schieber war schon vor ihm da.

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#SchieberWinningThings

Weltmeister! Julian Schieber kann eigentlich alles. Das nächste Ziel kann jetzt nur noch die Weltherrschaft sein. Oder Torschützenkönig, das wäre ja auch was.

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