Die Elf des Spieltages – Gomez reloaded

25 Aug

Malanda

Junior Malanda

Es hätte so schön sein können. Im Spiel der Wolfsburger gegen die Bayern läuft die 79. Spielminute, es steht 2:1 für den Rekordmeister. Eine butterweiche Flanke erreicht Malanda, der zieht ab und Neuer kann den Ball gerade so an die Latte ablenken. Malanda geht hinterher und steht 50 cm vor dem Tor völlig blank und… holzt den zugegebenermaßen schnellen Ball ins Aus. Unfassbar, jetzt helfen die Gegner sogar aktiv mit, die Bayern frühzeitig zum Meister zu machen. Malanda bekommt für seinen Monsterfail den Gomez-Award in pechschwarz verliehen und hat gute Chancen auf den Gomez-Award in Gold für den Fail des Jahres. Wer solche Dinger nicht macht, spielt im nächsten Jahr normalerweise in Braunschweig. Oder Kaiserslautern. Oder Nürnberg, auf jeden Fall zweitklassig. Hoffentlich nimmt der Junge sich das Ding nicht zu Herzen.

Hier sind die zwei wunderschönen Fehlschüsse im Vergleich:

 

 

Gianluca Gaudino

Da ist einmal der halbe Bayernkader verletzt und der Rest der Liga hat endlich eine Chance. Und dann kommt Gaudino. Der gefühlt 14-jährige mit der Statur eines zwölfjährigen Mädchens zeigte eine fantastische Leistung und machte !Toni Kroos! vergessen. Toni fucking Kroos. Der bayrische Wicht ist erst 17 und hat bereits mehr Talent als der komplette Cast von DSDS. Gehen dir deine Stars kaputt, baust du dir halt neue. Weil Guardiola es kann, die Welt ist doch ungerecht.

Robert Lewandowski

Roooooobert. Das war ja mal gar nichts. Du warst im Spiel der Bayern ebenso hilfreich wie der deutsche Beitrag zur Ukraine-Krise. Die alteingesessenen Bayern haben Lewandowski  für einen Dortmunder gehalten und zu denen passt man nicht. Zu allem Überfluss versemmelte Lewandowski noch einen Elfmeter. Das Traurige daran? Die Bayern gewannen trotz nicht funktionierendem Weltklassestürmer. Es kommt also noch schlimmer.

Julian Schieber

Was am Samstag passiert ist, habe ich nicht für möglich gehalten. Schieber, der Bankdrücker aus Dortmund, der Chancentod aus Leidenschaft, spielte gegen Bremen groß auf und machte zwei Buden. In zwei Pflichtspielen drei Tore. Die Renaissance des Julian Schieber, das muss geehrt, das muss gefeiert werden. Mit einem Extraartikel noch in dieser Woche: Mein lieber Schieber.

Karim Bellarabi

Blitzarabi hat zugeschlagen, nach neun, ich wiederhole, neun Sekunden traf er gegen konsternierte Dortmunder. Auch sonst zeigte der Flitzer eine bärenstarke Leistung. Er fummelte mehr als ein Teenager beim ersten Date, zog mehr Sprints an als Usain Bolt und klaute noch dreister (Bälle) als die Panzerknacker. Letzte Saison war Bellarabi in Braunschweig kein Stammspieler, jetzt ist er einer der besten Offensivkünstler der Liga. Liebe Braunschweiger, wer so einen geilen Spieler nicht immer spielen lässt, hat es verdammt noch mal verdient abzusteigen.

Oliver Baumann

Was freue ich mich seit einigen Jahren auf Spiele von 1899 Hoffenheim. Da kracht es vorne und hinten, die Defensive zeigt mehr Freiräume als der durchschnittliche Pornostar und die Offensive locht ebenso häufig ein – kurzum die TSG zeigt richtig geilen Spektakelfußball. Und jetzt? Jetzt steht mit Oliver Baumann ein guter Torwart im Kasten und versteht diesen leer zu halten. Das ist nicht in Ordnung. Das muntere hin und her droht verloren zu gehen, Hoffenheim könnte so erfolgreich werden. Das will aber doch keiner sehen, bitte wieder einen dieser Hampelmänner ins Tor stellen (Tim Wiese zum Beispiel) und ordentlich Harakiri spielen.

Haris Seferović

Der Schweizer Neuzugang hat Publikumsliebling Alex Maier aus der Stammelf verdrängt und schießt die Frankfurter im ersten Spiel direkt zum Sieg. Einen noch besseren Start kann man sich nicht wünschen, Angela Merkel hat angeblich bei Seferovic angerufen und gefragt, wie sie das bei der nächsten Regierung nachmachen kann. Seferovic kann die chronisch harmlosen Frankfurter tatsächlich gefährlich machen. Witz hat der Junge auch noch, auf die Frage nach seinem starken Fuß antwortete er: „Den rechten benutze ich nur zum Bus einsteigen.“ Die Eintracht hat ihre eierlegende Wollmilchsau wohl gefunden.

Joselu

Joselu ist die personifizierte neue Sorgenfalte auf Jens Kellers Stirn und hat, mal wieder, eine Krise auf Schalke heraufbeschworen. Mit seinem humorlosen 2:1-Siegtor hat er jegliche Hoffnungen auf einen ruhigen Schalker Start zunichte gemacht. Der spanische Söldner, der innerhalb eines Jahres bereits beim dritten Bundesligaklub spielt, trifft bei jedem seiner Vereine regelmäßig und scheint keine Anpassungsschwierigkeiten zu kennen. Nur das mit dem Bleiben, das muss er noch etwas üben.

Christoph Kramer

Der Alptraum aller PR-Berater rettet der Borussia einen Punkt gegen Stuttgart. Der von „Menschenhandel“ gebeutelte Mittelfeldspieler fügte sich als Joker nahtlos ins Team ein und unterstrich seine Stammelfambitionen. Wenn er so weiterspielt, wird Favre nicht auf ihn verzichten können. Allerdings lecken die Sklavenhändler aus Leverkusen sich dann schon die Finger nach ihm, der Weltmeister gehört schließlich ihnen. Verträge sind aber auch eine blöde Angelegenheit, wo bleibt die gute alte Zeit, in der man frei entscheiden konnte, wo und an welcher Position man arbeiten möchte? Achja, stimmt. Die gab es noch gar nicht. Schnöde Realität.

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Branimir Hrgota

Der Held von Sarajewo kam sehr unrühmlich im Bundesligaalltag an. Völlig frei traf Hrgottanocheinmal das leere Tor nicht und vergab so die Möglichkeit zur Gladbacher Führung. Vielleicht spart er sich seine Tore auch für die Europa League auf, die Fohlen müssen schließlich noch ein Rückspiel gegen Sarajevo bestreiten. Und noch eine Blamage wie die der Mainzer vertrage ich wirklich nicht. Möge der Hrgott dabei helfen.

Uwe Hünemeier

Das gibt es ja gar nicht, erster Spieltag und gleich ein Paderborner in der Elf des Tages. Hünemeier zeigte in den 90 Minuten die volle Bandbreite der anstehenden Paderborner-Bundesligasaison: Er kämpfte heldenhaft, lief um sein Leben und war dabei technisch mehr als limitiert. Kurz vor Schluss belohnte er sich für seinen unermüdlichen Einsatz und brachte die Neulinge in Führung – nur um kurz darauf in stümperhafter Manier einen Elfmeter und somit den Ausgleich zu verursachen. Er war dabei noch ungestümer als Bud Spencer bei einer seiner Backpfeifen. Hünemeier und Paderborn, das wird eine super-blöde Saison.

 

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