Saisonvorschau – die Bayernjagd – Teil 2

21 Aug

Bayernjagd

Die grauen Mäuse

Favre und seine Fohlen. Irgendwie will der Funke da noch nicht überspringen. Gute Verstärkungen wie Hahn und Traore stehen Abgängen von ter Stegen und de Jong gegenüber. Normalerweise reicht der Kader für das obere Mittelfeld, in diesem Jahr kommt aber die Dreifachbelastung durch die Europa League hinzu. Und Gladbach verschwindet wieder im grauen Niemandsland der Bundesliga.

Da fühlen sich die Mainzer ganz offensichtlich auch wohl. Anders ist die Europa-League-Pleite gegen Tripolis und das DFB-Pokal-Aus nicht zu verstehen. Dreichfachbelastung? Ohne mich, denkt sich Neutrainer Hjulmand und macht die großartige letzte Saison mit zwei fragwürdigen Auftritten zunichte. Ohne Heiland Tuchel und ohne die Offensivkräfte Müller/Choupo-Moting kommen schwere Zeiten auf die Mainzer zu, der Tabellenplatz wird daher dieses Jahr zweistellig.

Die Fuggerstädter behaupten sich schon erstaunlich lange in der Bundesliga und das zunehmend souverän. Dem Erfolg geschuldete Abgänge wie Hahn und Ostrzolek können auch dieses Jahr kompensiert werden, Trainer Weinzierl hat mit Baba und Parker ordentliche Alternativen bekommen. Augsburg wird dank einer bodenständigen und grundsoliden Arbeitsweise auch weiterhin nichts mit dem Abstieg zu tun haben.

Stuttgart, Hannover und der HSV werden kriseln, ihre Trainer in Frage stellen und sich über ihre zweistelligen Tabellenplätze aufregen. Auf ein gutes Spiel und Aufbruchsstimmung folgen wieder zwei schlechte. Man kann es auch anders sagen: Zu gut für den Tabellenkeller, zu schlecht für die obere Hälfte. Für den HSV ist das natürlich ein Fortschritt, wenn auch ein teuer erkaufter. Die Neuzugänge werden noch erschrocken feststellen, wo sie da eigentlich gelandet sind: in der Westermann-Hölle, wo Spieler und Talente verglühen.

 

Die Schmuddelkinder

Die fetten Jahre sind vorbei. Wie eigentlich jedes Jahr verlassen die besten Spieler den SC Freiburg und Trainer Streich muss eine neue Bundesliga-Elf basteln. Diese Saison wird es besonders schwer, mit Baumann, Ginter und Fernandez sind drei wichtige Stützen weggebrochen. Es riecht also nach Abstiegskampf. Motivationswunder und Wutredner Streich findet aber wieder zwei oder drei junge Talente, die Freiburg erst retten und dann den Verein wechseln. Wie jedes Jahr eben.

Frankfurt macht den Urgesteintausch: Schaaf für Veh. Ansonsten bleibt in der Main-Metropole vieles beim Alten. Wichtige Spieler verlassen den Verein, einige Neue kommen hinzu. Normalerweise spielt Frankfurt dann im grauen Mittelfeld, dieses Jahr ist der Aderlass mit Vehs Abgang aber besonders schlimm: Rode, Jung und Schwegler verließen den Klub. Es herrscht bald wieder Zwietracht in Frankfurt und man muss um die Klasse kämpfen. Hält sie am Ende aber doch, Schaaf sei Dank.

Die alte Dame aus der Hauptstadt ist der große Transferverlierer dieser Saison. Mit Ramos und Lasogga wurden zwei Top-Stürmer verkauft, dafür soll in Zukunft, kein Witz, Julian Schieber die Tore schießen. Mein lieber Schieber, haben die Berliner ihre Scouts in den letzten zwei Jahren nicht mehr ans Tageslicht gelassen? Oder sieht das Trainerteam um Luhukay sehr gut verborgene Talente beim Ex-Dortmunder? Man weiß es nicht. Aber wenn Luhukay Schieber zu einem guten Stürmer machen kann, dann kann die Hertha auch Meister werden. Wobei ich das für weitaus wahrscheinlicher halte.

 

Die Absteiger

Liebe Paderborner, bitte nicht falsch verstehen. Euer Ansatz gefällt mir, das gallische Dorf, das ohne Geld und mit viel Willen den Klassenerhalt schaffen will. Mit echter Liebe und viel Hingabe. Leider sind das Währungen, die im heutigen Profifußball nicht mehr wirklich gefragt sind. Der raue Ligaalltag wird die Gallier heftig erwischen und ohne Zaubertrank (=Geldbörse) wird es sehr schwer, irgendwie zwei Teams hinter sich zu lassen. Aber so ein Abenteuer Bundesliga ist doch auch schön. Da kann man seinen Enkeln später erzählen, Robben und den großen Bayern bei der Arbeit zugesehen zu haben.

Köln versucht es in diesem Jahr seriös und ernst. Köln. Seriös. Und auch noch ernst. Prinz Poldi hat bei dieser Ansage einen Lachkrampf bekommen und darauf gewartet, dass dieser Witz ausgeräumt wird. Aber es war keiner. Köln backt jetzt kleine Brötchen und möchte einfach nur in der ersten Liga überleben. Das passt genauso gut zusammen wie Karneval ohne Alkohol, die Spaßmannschaft aus Köln, die sonst eher wahnwitzige Ziele ausgibt. Jetzt also ernst. Na gut, liebe Kölner: Der Kader ist nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Der einzige Stürmer von Format, Helmes, ist momentan verletzt. Und die anderen Mannschaften sind, so fies das jetzt auch klingt, besser. Es wird gegen den Abstieg gehen und vielleicht stellen sich ja zwei Teams noch dümmer an. Dann kann es was werden, mit der neuen Ernsthaftigkeit in Köln. Achja, Poldi sagt doch etwas dazu:

Und dann kam Bremen. Für mich wandelt sich Bremen schon seit Jahren zu einem Abstiegskandidaten, immer mehr Leistungsträger werden abgegeben und der Kader verliert kontinuierlich an Qualität. Der vorläufige Höhepunkt ist in dieser Saison erreicht: Mit Hunt, Ignjovski und Ekici verlassen weitere solide Spieler das sinkende Schiff. Trainer Dutt wird der erste Trainer sein, der sich eine neue Stelle suchen muss und Bremen steigt sang und klanglos ab. Außer Köln und Paderborn bestätigen die obigen Befürchtungen, dann kann es zu einem interessanten Schneckenrennen kommen.

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