Held über Nacht – die Entdeckungen der WM

23 Jun

Eine Weltmeisterschaft ist für Fußballer ein einziges großes Schaulaufen. Alle Vereine sehen die Spiele und viele Manager lassen sich bei ihrer Kaderplanung vom Gesehenen inspirieren. Ein oder zwei große Auftritte und die Karriere kann so richtig in Schwung geraten. Hier stellen wir „the next big thing“ oder auch den nächsten Kandidaten im fröhlichen Geldverbrennungswettbewerb vor. Schließlich wollen die vielen Scheich- und Oligarchenmillionen auch ordentlich verheizt werden. Warm genug ist es in Brasilien ja.

Joel Campbell

Der 21-jährige ist die Offensiv-Entdeckung der WM. Eigentlich waren seine Costa-Ricaner in der Todesgruppe mit Italien, England und Uruguay für den letzten Platz vorherbestimmt. Doch das hat Campbell wohl keiner gesagt. Der Jungspund trickst und zaubert sich durch die WM, dass manchen Managern beim Anblick das Monokel aus dem Auge fällt. Campbell spielt frech, kämpft bis zum Umfallen und gibt für sein Land absolut alles. Als Sturmspitze kann er Bälle erstaunlich gut halten und im Abschluss ist er brandgefährlich. Campbell spielt mit dem Feuer, Italien und Uruguay haben sich schon verbrannt. Wir hoffen für ihn, dass das nicht nur ein Strohfeuer war.

Serge Aurier

Aurier gehört zu den mittlerweile traditionell als „stark eingeschätzten“ Ivorern. Der Mann von der Elfenbeinküste entschied das erste Spiel gegen Japan mit zwei maßgenauen Flanken für sein Team. In der Wahrnehmung von afrikanischen Teams finden eigentlich nur Stürmer statt, Aurier konnte sich mit starken Leistungen aber für höhere Aufgaben empfehlen. Defensiv robust und körperbetont, offensiv mit guten Ansätzen. Sein saurier-mäßiges (haha) Äußeres verunsichert die gegnerischen Stürmer, seine Kompromisslosigkeit erledigt den Rest. Aurier spielt momentan für Toulouse, wird das nach der WM aber nicht mehr tun. An seinem Preisschild wird nach jeder guten Leistung eine Null hinzugefügt. To be continued.

Luis Suarez

Der Mann war schon vorher ein Weltstar, startet bei dieser WM aber nochmal richtig durch. Im Gegensatz zu Topstars wie Ronaldo kann Suarez sein komplettes Potential abrufen. Mit zwei Toren schickte er England nach Hause und jetzt droht Italien auch Haue. Schon jetzt wird über ein 85-Millionen Angebot gemunkelt, da muss sogar ein Abramowitsch seine Portokasse leeren. Der Beißer zeigt sich hoffentlich weiter bissig und kann noch einige schöne Treffer erzielen. Schließlich muss irgendwer Ronaldo als teuersten Fußballer aller Zeiten ablösen. Aber zumindest der Titel als schnöseligster Spieler ist ihm weiterhin sicher. Oder wird sich Suarez auch hier durchbeißen?

Guillermo Ochoa

Der mexikanische Keeper brachte im letzten Spiel eine ganze Nation zum Verzweifeln. Gegen Brasilien hielt Ochoa alles was zu halten war und auch einiges mehr. So entnervte er Neymar und Co. und sicherte seinem Team einen immens wichtigen Punkt. Augenzeugen berichteten, Ochoa habe sechs Arme. Andere munkeln, Ochoa habe einen Bus vor dem Tor geparkt. So oder so, der Mann ist ein Teufelskerl. Und Teufelskerle lockt man mit höllisch viel Kohle. Da trifft sich doch ganz gut, dass Ochoa gerade vereinslos ist. Und bald auch deutlich reicher.

Daley Blind

Blind gehört zum Team der Gleichmacher. Seine Holländer haben die Vormachtstellung der Spanier nicht einfach nur beendet, sie haben sie in tausend Teile gesprengt und an verschiedenen Stellen vergraben. Die Angriffe der Spanier prallten an Blind und Co. einfach ab und wurden Welle um Welle in Gegenangriffe verwandelt. Mit einer rauschhaften Leistung ermöglichte Blind seinem Team mehrere Treffer und schlug auch die Traumflanke zum Flugkopfball-Diver von Van Persie. Wenn Blind das Niveau im weiteren Turnierverlauf halten kann, bleibt Holland ein Anwärter auf den Titel. Und Blind kann sich seinen neuen Verein aussuchen. Für Spanienbezwinger gibt es europaweit genug Verwendung.

Yacine Brahimi

Brahimi und seine Algerier sind wohl das am meisten unterschätzte Team der WM. Vorher als Punktelieferant gehandelt, jetzt als Wüstenkrieger gefeiert. Nach einer starken Leistung gegen Belgien folgte eine rauschhafte gegen Südkorea. Und plötzlich ist für die Algerier alles möglich. Einen großen Anteil daran hat Yacine Brahimi, der mit seinen blitzschnellen Aktionen den Angriffswirbel der Afrikaner vorantreibt. Mit europäisch anmutendem Kombinationsfußball sicherte die Offensive der Wüstenkrieger bereits drei Punkte. Wenn noch mehr folgen, kann sich auch Brahimis Karriere blitzartig entwickeln.

 

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