Die Bomber der Nationen – Top-Torschützen im Vergleich

25 Mai

Deutschland hatte seinen Bomber. Gerd Müller traf aus jeder Lage, mit jedem Körperteil und in nahezu jedem Spiel. Heute gibt es keinen Stürmer á la Müller mehr. Stürmer müssen jetzt ganz andere Anforderungen erfüllen, technisch stark sein, schnell, kopfballstark, gutes Defensivverhalten, kurzum: eine toreschießende Wollmilchsau.

Bei der WM vertrauen viele Nationen auf ihre Top-Bomber, die in der Regel auch der Star des Teams sind. Denn mal ehrlich: Wer feiert schon eine gelungene Grätsche oder ein gutes Stellungsspiel eines Verteidigers? Also außer mir? Eben. Darum zelebrieren wir hier die besten der Besten mit ihren charakteristischen Toren.

Neymar – Brasilien

Das brasilianische Leichtgewicht fällt bereits bei einem starken Luftzug um, ist dafür der ungekrönte Dribbelkönig. Beim Confed-Cup hat er angedeutet, wer in Brasilien die Tore schießen wird. Neymar – per Solo, weil er es kann. Einer meiner Lieblingsspieler dieser WM, keiner stirbt nach einem Foul schöner. Und keiner düpiert seine Gegner lässiger.

 

Robin van Persie – Holland

Die Holländer machen alles kaputt. Zumindest die Hoffnungen anderer Nationen bei Weltmeisterschaften. Traditionell ist der Sturm der Orangehemden mit van Persie stark besetzt. Van Persie ist ein guter Techniker, kann hohe Bälle sauber verarbeiten und hat einen eingebauten Hammer, der Häuser zum Einsturz bringen kann. Gegen Ecuador zeigt er all das in Perfektion und in einer atemberaubenden Geschwindigkeit. Der Mann weiß, wo der Hammer hängt.

 

Cristiano Ronaldo – Portugal

Das Superego unter den Egomanen. Sein Speed, seine Übersteiger, seine Freistöße, seine zahllosen Tore mit allem was er hat. Ronaldo ist am ehesten die Verkörperung eines Gerd Müllers in athletischer Form. Charakteristisch ist für ihn sein John-Wayne-Freistoß-Gehabe: drei Schritte zurück, Beine breit, Angstschweiß der Gegner genießen und den Ball mit unrealistischer Flugkurve ins Tor schweißen.

 

Miroslav Klose – Deutschland

Der ewige Klose. Die deutsche Sturmhoffnung macht wohl noch im Altersheim Tore und ist drauf und dran WM-Rekordtorschütze zu werden. Ihn zeichnet sein gutes Kopfballspiel aus und seine nachlassende Geschwindigkeit mit dem Alter. Was ihn trotzdem unersetzbar macht, ist sein Torriecher und die mangelnde Konkurrenz im Kader. In dieser Liste eher als Trauerkloß vertreten, bei so viel gegnerischer Brillianz. Dementsprechend auch sein Standardtor: Einfach nur richtig stehen und lachen.

 

Lionel Messi – Argentinien

Der strauchelnde Fußballgott aus Argentinien verliert momentan seinen Nimbus als der Beste aller Zeiten. Verletzungen, Formschwäche und Ronaldo zeigen dem Zwerg in dieser Saison seine Grenzen auf. Nichtsdestotrotz ist er immer noch der Dribbelgott und kann Spiele im Alleingang (vor allem da) entscheiden. Am Ball kann er alles, links, rechts, Hacke, Spitze, vollkommen egal. Der wohl einzige Spieler, der mit dem Ball am Fuß schneller ist, als ohne.

 

Samuel Eto’o – Kamerun

Eto’o ist der giftigste Stürmer dieser Reihe. Er läuft unerbittlich Verteidiger und Torhüter an und wartet auf Fehler. Er kann mit allem ein Tor erzielen, nur sein mittlerweile hohes Alter (über dreißig, genaues Alter unbekannt) schwächt den Star. Mittlerweile wird er unterschätzt, was sehr gefährlich sein kann. Denn Toreschießen verlernt man nicht so einfach. Fragen sie mal Timo Hildebrand.

 

Diego Costa- Spanien

Dieser Mann macht mir Angst. Physisch ist er der stärkste Angreifer, ein bulliger Typ. Wenn er ins Rollen kommt, kann man ihn ebenso gut aufhalten, wie einen Zug. Gutes Kopfballspiel, permanenter Brandherd im gegnerischen Strafraum. Hat er zuviel Platz, zieht er ab – aus jeder Position. Und das allerschlimmste: der Mann spielt für Spanien. Ein Riesenstürmer in einer brillianten Zwergentruppe. Das könnte passen.

 

Didier Drogba – Elfenbeinküste

Ein weiterer Fußballrentner, allerdings deutlich unkaputtbarer als Klose. Drogba spielt und Drogba trifft. So war es immer und so wird es auch bei der WM sein. Das lebende Bayerntrauma ist das größte Kopfballungeheuer seit Horst Hrubesch und pusht seine Mannschaft als Leader immer wieder nach vorne. Die Taktik dabei ist einfach: Flanke – Drobga – Tor.

 

Benzema – Frankreich

In diesem Jahr ist Benzema endlich aus dem Schatten seiner großen Konkurrenz bei Madrid getreten und konnte zeigen, was in ihm steckt. Er zeichnet sich durch gute Laufwege und einen knallharte und gleichzeitig feine, also knallfeine Schusstechnik aus. Wo Benzema hintritt, wächst kein Gras mehr. Und er steht fast immer richtig, er tritt also dahin, wo es wehtut.

 

Balotelli – Italien

Das enfant terrible, der Alptraum vieler Deutscher, der Wahnwitz in Person eines Stürmers. Er ist noch unberechenbarer als Putin, seine Leistung schwankt mehr als Seehofers Agenda und er wird wohl nie wirklich erwachsen werden. All das macht ihn zum Überraschungsei dieser WM. Balotelli kann ein Großer werden, könnte aber auch mit Pauken und Trompeten scheitern. Egal was er macht, ich schaue mit Popcorn vor dem Fernseher zu. Und weine vielleicht ein bisschen, wie in dieser Situation…

 

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Eine Antwort to “Die Bomber der Nationen – Top-Torschützen im Vergleich”

  1. David Juni 5, 2014 um 5:21 pm #

    „Der wohl einzige Spieler der mit dem Ball schneller ist als ohne“ – Hahah, sehr sehr gut 😉

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