Die Unelf der Saison – Teil 2

20 Mai

Die DSDS-Kandidaten unter den Offensivkräften haben teilweise klangvolle Namen, was sie aber nicht vor einer grauenvollen Saison bewahrt hat. Jetzt haben sie immerhin einige Monate Zeit, um ihre Tränen mit unzähligen Geldscheinen zu trocknen und in der nächsten Saison aufs Neue zu versagen. Die Experten am Ball stehen mit ihrer Schmutzfeder schon bereit und warten.

Rafael van der Vaart

Der Leader unter den Führungslosen beim HSV spielte die schwächste Saison seiner Karriere. Jegliche feine Technik und Torgefährlichkeit hat sich bei vdV in Maloche und Einsatz verwandelt, was für einen prinzipiell lauffaulen Spieler eher schlecht ist. Seine tatsächlich herausragenden Fähigkeiten konnte er zu keiner Zeit abrufen. Er dürfte sich beim HSV ebenso missverstanden fühlen, wie Markus Lanz bei Wetten dass. Das einzig Feurige an van der Vaart waren die 13 Millionen, die der HSV für ihn verbrannt hat.

Vandervaart

Diego

In der Weltstadt, pardon, Autostadt Wolfsburg wirkte Diego stets so deplatziert, wie Lukas Podolski in… eigentlich überall. Das Zauberfüßchen passt einfach nicht zu einem mittelmäßigen Club, der stets mit viel Geld zu wenig aus seinen Möglichkeiten macht. Mittlerweile ist sein Name und seine Vergangenheit ruhmvoller als seine Leistungen in der Gegenwart, aber ebenso wie Gerhard Schröder macht Diego noch ein paar Jahre ordentlich Rubel. Beiden ist gemein, dass sie durch jemanden ersetzt wurden, dem man vom Äußeren her eigentlich gar nichts zutraut. Aber der Schein kann eben trügen – Merkel ist Kanzlerin auf Ewigkeit und Milchgesicht de Bruyne kann jetzt schon mehr als Diego zu besten Zeiten. Aber eines muss man Diego lassen – sein Plan B kann sich sehen lassen. Mit Atletico kann er schließlich das Double gewinnen und dabei Real und Barca düpieren. Also who the fuck ist Wolfsburg?

Julian Schieber

Mein lieber Schieber. Du und Dortmund, das ist eine traurige Liebesbeziehung: zahllose Missverständnisse, viele Tränen, wenig Kontaktzeiten, kein Happy End und erst recht keine Tore. Immer wenn du eingewechselt wirst, weiß der Gegner, jetzt passiert nichts mehr. Wenn du noch mehr Bälle verballern würdest, könntest du glatt als kaputte Ballmaschine durchgehen. Wenn du noch öfter die Kontrolle verlieren würdest, könntest du dich auch in der Ukraine als Präsident bewerben. So aber wird jeder Dortmunder Fan weiter vehement verneinen, jemals einen Julian Schieber gekannt zu haben. In dieser Situation ist für alle eine Trennung am Besten – schließlich braucht der VfB noch dringend einen ungefährlichen Stürmer.

Branimir Hrgota

Hrgota ist der Joker der Saison mit sage und schreibe 28 Einwechslungen, also fast so viele, wie es Jurymitglieder neben Dieter Bohlen gab. Der Fohlenstürmer ist ebenso nur schmückendes Beiwerk und darf selbst nur wenig zum großen Ganzen beitragen. Wahrscheinlich darf er im Training nicht mal die Bälle tragen und muss die Schuhe von Raffael, Kruse und Co. putzen. Dabei kann Hrgota ihnen doch eigentlich das Wasser reichen, sein Talent hat er mehrfach angedeutet. Leider ist sein Trainer Favre wie Batman – er kann den Joker nicht ausstehen. Hrgota bleibt also nur, weiter den Narren zu spielen und zu hoffen, dass der große Tag der Abrechnung kommen wird. Also wie jeden Monat, wenn sein Gehaltsscheck zugestellt wird.

Mario Götze

Ja, genau. Der Mario Götze. Ja, er hat zehn Buden gemacht. Ja, er war nicht so schlecht wie die anderen Graupen in dieser Liste. Aber er ist das größte Versprechen des deutschen Fußballs und er ist drauf und dran ein uneingelöstes zu werden. Vor einem Jahr hätte ich noch gewettet, dass Götze mindestens ein neuer Ribery wird. Der Junge hat mehr Talent als Körpergröße und muss doch eigentlich alles in Grund und Boden spielen. Diese Saison war für Götze aber eher ein verlorenes Jahr. Er konnte zu keiner Zeit an seine Leistungen im BVB-Dress anknüpfen und droht im Star-Ensemble der Münchner nur einer von vielen zu werden. Noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, Götze muss im nächsten Jahr aber endlich ausrasten und durchstarten. Sonst wird aus dem potentiellen Weltfußballer nur graues Mittelmaß. Das zwar immer noch Titel gewinnt, aber ein Mario Götze kann einfach mehr. Geld scheffeln, zum Beispiel.

Götze

Jacques Zoua

Wie sollte es auch anders sein, die Unelf der Saison hat einen HSV-Spieler im Sturm. Zoua ist vor dem Tor ungefähr so gefährlich wie der Wind an einem windstillen Tag, der Regen bei Sonnenschein oder ein Lagerfeuer unter Wasser. Er zeichnete sich durch unkonventionelle Laufwege ins Nichts, Torabschlüsse Richtung Eckfahne und Pässe mit Ungenauigkeitsgarantie aus, was auch das Anforderungsprofil für neue Hamburger Profis zu sein scheint. Vielleicht ist Zoua nur ein verkannter Abwehrspieler, das würde zumindest vieles erklären. Damit passt er wie die Faust aufs Auge zum Hamburger Sportverein, der ist schließlich auch ein verkannter Zweitligist. Auf jeden Fall ist Zoua ein würdiger Abschluss der unwürdigen Unelf der Saison. Und ohne HSV gäbe es nur halb so viel zu lästern. Slomka, weiterstümpern!

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