Die Elf des Spieltages – Brotlose Kunst

24 Mrz

Josip Drmic

Drmic zeigt gegen Frankfurt einmal mehr, was für ein feiner Fußballer er ist. Einen langen Ball nimmt er mit der Hacke an und verwertet ihn sofort per Vollspann in den Winkel. Allerdings verloren seine Nürnberger trotz seines Traumtores mit 5:2. Wäre seine Kunst noch brotloser, müsste er wohl Kuchen essen. Drmics Hacke-Spitze-Eins-Zwei-Tor erinnert an den großen Zlatan Ibrahimovic, mehr Lob geht eigentlich nicht. Drmic dares to Zlatan.

Robert Lewandowski

Lewangoalski zeigt gegen Hannover den Arjen-Robben-Gedächtnis-Narzissmus-Lauf in Gold: Er sprintet über 60 Meter, vernascht fünf Hannoveraner plus Torhüter, setzt den Ball ins Eck und sonnt sich anschließend in seiner eigenen Geilheit. Noch geiler wäre es, wenn dieser begnadete Fußballer Dortmund weiter verbessern könnte, anstatt zu den Überbayern zu wechseln. Aber immerhin kann man seine beeindruckende Abschieds-Tournee noch eine Weile bestaunen. Und dann beginnt in Dortmund das jährliche Casting für die beliebte Sendung „Ich_bastel_mir_einen_neuen_Weltstar“.

Kevin de Bruyne

So einer könnte de Bruyne werden, Talent hat der Bursche im Übermaß. Allerdings verwechselte der liebe Kevin den Fußballplatz mit einem Dorfrummel: Kevin in seiner Rolle als Dorfproll schubste Schiri Zwayer vor sich her und sah dafür mehr als gerechtfertigt Rot. Beleidigt kaufte de Bruyne ein paar Lose, schoss nochmal am Schießstand und verschwand dann mit seinem gewonnenen Kuscheltier in die Nacht. Und träumte dann weiter von seiner Karriere als Star.

Heiko Westermann

Nach dem Bestaunen der Fernsehbilder vom Samstag unterschreibe ich gerne eine Petition für die Verkleinerung des Feldes um circa 50 Meter. Das war ungefähr der Abstand, denn der Stuttgarter Traore in einem Laufduell mit dem fußfaulen Westermann herauslaufen konnte. Noch eindeutiger war zuletzt nur der Kampf um die Krim. Und noch unauffindbarer als das Flugzeug MH370 ist nur Westermanns Erstliga-Tauglichkeit. Ach Heiko, tu dir doch den Gefallen und mach Schluss mit der ersten Liga. Die Altherrenmannschaft des HSV kämpft schließlich auch noch gegen den Abstieg und sucht dringend Verstärkungen.

Sejad Salihovic

Der Cristiano-Ronaldo-Arroganz-Preis geht diese Woche an Sejad Salihovic. Dem Hoffenheimer ist das Elfmeterschiessen offensichtlich zu einfach geworden, daher lupfte er gegen den Elferkiller Bernd Leno einfach halbhoch in die Mitte. Der Rettungsversuch von Leno sah dabei noch ärmlicher aus, als das Hoffenheimer Tornetz im Hinspiel. Nachdem jetzt auch der Panenka-Elfer geklappt hat, erwarte ich nächste Woche einen zweifachen Backflip mit anschließender Schraube von Salihovic. Mittlerweile kann man ihm sogar das zutrauen.

Joselu

Joselu gab gegen Nürnberg den Chris Brown: Jeder Versuch ein Treffer. In einem Zweikampf prügelte er Petrak derart ruppig nieder, dass Rihanna sich vor Schreck das blaue Auge rieb. Danach zeigte Joselu, wie unfair die Welt eigentlich sein kann. Mit zwei Toren und einem Assist gelang ihm fast jede Aktion und er avancierte zum Matchwinner. Und Nürnberg bezog erneut Prügel.

Ondrej Petrak

Petrak bekam am Sonntag zu spüren, was Abstiegskampf wirklich bedeutet: Joselu gab ihm den Petrak-Punch, was eine Gehirnerschütterung und einen Nasenbeinbruch zur Folge hatte. Petrak ging daraufhin noch nicht vom Platz, sondern revanchierte sich im nächsten Luftkampf bei Joselu mit einer Kopfnuss. Man kann sagen was man will, aber die Einstellung bei den Nürnbergern stimmt. Das bringt natürlich trotzdem nichts, wenn fast die komplette Verteidigung im Krankenhaus liegt oder gesperrt ist. So hart wie Nürnberg kassiert momentan keiner. Verbeek stellt sich nächste Woche selbst auf, um erneuten Verletzungen vorzubeugen.

Adam Szalai

Beim 3:1-Sieg der Schalker markierte Szalai ein Tor, dass so schmutzig war, dass sogar der durchschnittliche Student sich davor ekeln würde. Eine feine Hereingabe von Meyer vertrottelte Szalai, ließ sich dann aber von Kessel anschießen, woraufhin der Ball widerwillig ins Tor trudelte. Noch schäbiger war zuletzt nur das RTL Nachmittagsprogramm. Aber getreu dem Schalker Motto „Besser widerlich, als wieder nicht“ gewannen die Knappen trotzdem und stehen jetzt auf Platz drei.

Ronny

Das Bruderduell zwischen Ronny und Raffael mutet schon unfair an: Der athletische, schlanke und ältere Bruder gegen das kleine Dickerchen. Ronny bestätigte diesen ersten Eindruck und vergab freistehend kläglich beste Möglichkeiten. Erstklassig war dabei wohl nur Ronnys Appetit nach dem Spiel. Der kleine, dicke Ronny möchte bitte im Fußball-Oberhaus abgeholt werden. Das Sandwich nach dem Spiel – 3 Euro. Die Pizza am Abend – 7 Euro. Im Stadion vom Bruder auf die Wampe hingewiesen zu werden – priceless.

Raffael

Diesen Eindruck verstärkte sein Bruder mit einer bärenstarken Leistung. Mit einem feinen Lupfer entschied Raffael das Spiel bereits in der 40. Spielminute mit dem 3:0. Das Spiel endete also wie der typische Streit unter Brüdern: Der Ältere vermöbelt den Jüngeren. Und gibt ihm noch nette Hinweise, wie man sich als Profisportler ernährt – z.B. von den Tränen seiner Gegner.

Ibrahima Traoré

Traores Sprints werden die Hamburger Defensive, speziell Westermann, noch länger verfolgen. Der Stuttgarter war zu keiner Zeit zu halten und lief die Linie wie ein Duracell-Häschen auf und ab. In einer schwachen Stuttgarter Mannschaft ragte Traore heraus und bereitete auch den Siegtreffer vor. Dank Traore traoert Hamburg weiter – und bangt um die Erstklassigkeit.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: