Die Elf des Spieltages – Die Faust Gottes 2.0

3 Feb

Shinji Okazaki

Okazaki hat gegen Freiburg den Begriff Schlitzohrigkeit um eine Facette erweitert:  Per vermeintlichem  Flugkopfball erzielte er die Führung für die Mainzer, tatsächlich aber faustete er den Ball in Oliver Kahn-Manier in den Winkel. Der Schiedsrichter hatte es nicht gesehen, Okazakis Tor hätte die Faust Gottes 2.0 werden können. Wurde sie aber nicht, Schiri Hartmann zog TV-Bilder zu rate und korrigierte seinen Fehler, zeigte aber keine Karte. Okazaki lachte sich daraufhin ins Fäustchen.

Ja-Cheol Koo

Thomas Tuchel hat bereits seit einigen Jahren wie ein verliebter Teenager an Koo herumgebaggert, jetzt hat er ihn schlussendlich bekommen. Und Koo zeigte auch gleich, was Tuchel vorher schon wusste: Der Mann kann richtig Fußball spielen. Mit einer an Arroganz grenzenden Lässigkeit hämmerte Koo den Ball zum 2:0 in den Winkel. Solche Dinger koo(n) man mal machen.

Mame Diouf

Diouf wollte Hannover verlassen, allerdings war keiner der Bieter bereit, die fälligen fünf Millionen für ihn zu blechen. Um seinen Verehrern zu zeigen, was sie verpasst haben, lieferte Diouf eine Show der Extraklasse – zwei Tore und ein Assist. Egal ob aus Trotz oder Wut – Dioufs Rache hatte es in sich.

Ondrej Petrak

Petrak half gegen die Hertha, den Sieg festzuhalten. Allerdings nahm er das recht wörtlich und wehrte den Torversuch von Ronny klar und deutlich mit der Hand ab.  Petrak hatte dabei Glück, das Ramos im Abseits stand und seine Aktion deswegen nicht zählte. Trotzdem ist Petrak einer der heißen Anwärter auf den Fairplay-Award dieses Spieltages.

Josip Drmic

Für die Tore beim Club ist dagegen Drmic zuständig, sein Doppelpack gegen Berlin brachte den zweiten Saisonsieg für die Nürnberger. Und damit auch ein Problem: Drmic hat bereits zehn Treffer erzielt und deckt damit in keinster Weise das Club-Leistungsspektrum ab. Um dieses Problem zu beheben, wird Drmic mit an Bayern-wird-Meister-grenzender Wahrscheinlichkeit verkauft. Schließlich ist so viel Qualität den Nürnbergern traditionell eher suspekt.

Artjoms Rudnevs

Der HSV hat Rudnevs an Hannover verliehen, da er „außer Form“ ist. In zwei Spielen hat Rudnevs zwei Tore geschossen, der HSV dagegen null. Da stellt sich unsereins die Frage, was man als Manager für Qualifikationen eigentlich mitbringen muss. Beim HSV scheinbar nur eine gesunde Portion Menschenunkenntnis, eine mindestens einäugige Blindheit und viele Hände. Anders kann man die zahlreichen Fehlgriffe nicht erklären.

Mario Mandzukic

Die Sorgen der Bayern möchte man gerne haben. Mandzukic habe zu schlecht trainiert, hörte man beim letzten Spiel gegen Stuttgart. Gegen Frankfurt warf er sich in jeden Zweikampf, köpfte in jeder Situation Ball und Gegner und zeigte keinerlei Gnade mit bemitleidenswerten Frankfurtern. Hätte ihn der Platzwart krumm angeschaut, hätte Mandzukic ihn wahrscheinlich per Kopfnuss zu Boden geschickt. So aber wurden nur die Frankfurter in Grund und Boden gespielt. Das muss für ein Spiel auch mal reichen.

Thiago Alcantara

Thiago steht stellvertretend für die aktuelle Dominanz der Bayern, im Spiel gegen Frankfurt hatte er unfassbare 185 Ballkontakte. Das sind ungefähr so viele, wie der HSV in der ganzen Saison zusammenbekommt. Oder so viele Gegentore, wie sich Bremen einschenken lässt. Oder so viele, wie die Bayern Punkte holen. Oder einfach ein ganzer Haufen und ich frage mich wirklich, welche Arme Sau das gezählt hat. So oder so, die Bayern machen es allen anderen schwer. Den Gegnern zu punkten und dem Ballkontaktezähler entspannt zu arbeiten.

Kevin Prince Boateng

Der Prince hat die Knappen wieder emporgebracht. Was nach Mittelalter klingt, ist moderne Fußballrealität. Gegen Wolfsburg reichten zwei lichte Momente von Boateng um Wolfsburg im Verfolgerduell zu besiegen. Jetzt steht Schalke wieder auf Platz vier und ist direkt hinter dem Erzfeind aus Dortmund. Könnte man heute noch zum Duell fordern, der Prince würde es zweifellos tun.

Matthias Ostrzolek

Und noch ein Kandidat für den Fairplay-Award, allerdings in Kombination mit einer Nominierung für den Nicolas-Cage-Award der übertriebenen Darstellung. Ostrzolek wurde von seinem Gegenspieler Garcia scheinbar fürchterlich getroffen und wälzte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht minutenlang am Boden. Tatsächlich hatte Garcia zurückgezogen und der Augsburger wurde gar nicht getroffen. Null. Ostrzolek war das egal, er weinte und lamentierte mit Erfolg – Garcia flog mit Rot vom Platz.

Zhi-Gin Lam

Lam steht hier stellvertretend für die gesamte Defensive der Hamburger. Desolat, hilflos, la(h)m und nicht einfach nur zweikampfschwach, sondern zweikampfverweigernd. Die Mannschaft hatte noch weniger Kreativität als die Programmverantwortlichen von ARD und ZDF. Und das will was heißen. Immerhin sehen wir den HSV in der nächsten Saison an einem zusätzlichen Tag in der Woche – beim Montagsspiel in Liga zwei.

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