Die Elf des Spieltages – eine bärtige Angelegenheit

23 Dez

Dortmund und Leverkusen mussten erneut die Waffen strecken und jeweils eine Niederlage hinnehmen, den Bayern ist in der jetzigen Verfassung die Meisterschaft kaum mehr zu nehmen. Dortmund scheiterte an der eigenen Jugend, Leverkusen wieder einmal an sich selbst und die Elf-des-Spieltages in der Vermeidung von Häme.

Das sarr gar nicht gut aus. Sokratis mit Youngster Marian Sarr

Marian Sarr

Durch die Verletzung von Subotic und Hummels bekam Sarr die größte Chance seiner Karriere und zeigte gegen Marseille eine gute Leistung. Im nächsten Spiel gegen Hertha zeigte er allerdings auch seine Unerfahrenheit, er ließ sich von Allagui heftig düpieren und verschuldete so die Niederlage. Für die Meisterschaftsambitionen der Dortmunder war das der Sarrgnagel…

Erik Durm

… beim einhämmern des Selbigen wurde er vom zweiten Youngster, Erik Durm, bestens unterstützt. Beim Versuch einen Einwurf zu vermeiden, legte Durm Allagui den Ball wunderschön in den Lauf, hätte Durm rote Kleidung getragen, würde man ihn glatt für den Weihnachtsmann halten. Allerdings trug er Schwarz-Gelb, Allagui nahm sein Geschenk dankend an und Dortmund verlor mit 2:1. Durm gelaufen.

Marius Gersbeck

Auch Klopps Gegenüber Jos Luhukay setzte auf die Jugend, Marius Gersbeck bekam seinen ersten Bundesligaeinsatz gegen Dortmund. Allerdings schien es einfach nicht der Tag der Neulinge zu sein, Gersbeck zahlte bereits in der siebten Spielminute Lehrgeld, als Reus einen eher harmlosen Ball durch Gersbecks Herauslaufen bequem verwandeln konnte. Was danach folgte, war dagegen große Klasse: Gersbeck parierte Schuss um Schuss und sicherte seiner Hertha die knappe Führung, Dortmund verzweifelte an den eigenen Fehlern und der starken Leistung von Gersbeck. Drama mit Happy End.

David Alaba

Alaba steht hier stellvertretend für einen beliebigen Bayern-Akteur. Die Münchner dominieren sich sogar dann durch die Liga, wenn sie gar nicht spielen. Der Ersatzgegner Casablanca wurde ordnungsgemäß verdroschen, der nächste Titel eingefahren und eine Hand haben die Bayern bereits an der Meisterschale. Vielleicht sollten sie sich ein Beispiel an Vitali Klitschko nehmen: Die Gegner ein paar Jahre vermöbeln und dann freiwillig den Titel abgeben. Holen kann ihn sich derzeit keiner aus eigener Kraft.

Sebastian Prödl

Prödl kehrte nach einer Verletzung in die Startelf zurück und hatte eine mission impossible: Die schwächste Abwehr der Liga gegen eine der stärksten Offensiven zu stabilisieren. Prödl kämpfte, grätschte, schubste und ackerte sich durch das Spiel, man kann seine Leistung nur als prödeln bezeichnen. Er prödelte Leverkusen bis zur Verzweiflung und tütete damit die drei Punkte ein.

Shinji Okazaki

Der kleine Japaner war lange Zeit als Chancentod verschrien, gegen Hamburg zeigte er seine andere Seite. Erst erzielte er im 1-gegen-1 ganz cool den 1:1 Ausgleich, den Höhepunkt hatte er sich für später aufgehoben: In der 92. Minute nahm er einen Ball derart unkonventionell mit einer Mischung aus Schulter und Kopf an, dass Mario Gomez irgendwo in Florenz eine Freudenträne vergoss. Okazaki nutzte die gomezsche Einlage um an Drobny vorbeizurasen und den Siegtreffer zu markieren.

Gertjan Verbeek

Der Nürnberger Trainer konnte noch kein Spiel mit dem Club gewinnen und wenn man sich die letzten Spiele angesehen hat, weiß man wirklich nicht warum. Nürnberg ist in jedem Spiel die bessere Mannschaft, die Punkte holen aber die anderen. Der Remiskönig Verbeek macht daher jetzt Nägel mit Köpfen: Er rasiert sich erst wieder, wenn der Club den ersten Sieg holt. Vor so viel Bärbeißigkeit kann man sich nur verbeugen und Verbeek wünschen, dass er nächstes Jahr nicht mit dem Weihnachtsmann verwechselt wird. Schließlich verteilen beide regelmäßig Geschenke, Verbeek hat aber dann den längeren Bart.

Noch bartlos, bald im Weihnachtsmannmodus: Gertjan Verbeek

Admir Mehmedi

Mehmedi schnürte gegen Hannover einen Doppelpack und sicherte seinem Team so wichtige Punkte im Abstiegskampf. Hannover zeigte sich erst in der zweiten Hälfte verbessert, Mehmedi hatte das Spiel da aber schon entschieden. Ab jetzt können sich die Freiburger auch voll auf die Bundesliga konzentrieren, in der Europa League haben sie ja bereits versagt.

Juan Arangoal

Ich weiß wirklich nicht, wie man dermaßen viel Gefühl im Fuß haben kann wie Arango. Vielleicht schreibt er mit den Füßen, läuft auf den Händen und tritt für den Nähverein Fäden durch Nadelöhre. Wie er trainiert, bleibt wohl sein Geheimnis. Was er daraus macht, kann jede Woche aufs Neue bestaunt werden.

 

Sami Allagui

Der Tunesier verkörperte gegen Dortmund all das, was der Borussia momentan fehlt: Er war frech, gedankenschnell und nutzte seine wenigen Tormöglichkeiten konsequent aus. Die Dortmund-Boys sahen gegen ihn in entscheidenden Situationen sehr schlecht aus, Allagui machte daraus ein Tor und ein Assist. So einfach kann Fußball sein.

Guido Winkmann

Schiedsrichter Guido Winkmann hat sich seine Nominierung redlich verdient, er ist die Pfeife des Tages. Er traf im Spiel Braunschweig-Hoffenheim dermaßen viele Fehlentscheidungen, dass Putin vor Schreck mehrere politische Gefangene entließ, schließlich waren deren Vergehen nicht so eindeutig zu belegen. Winkmann traf einige falsche Elfmeterentscheidungen, ein Tor wurde nicht gegeben und auch sonst war seine Spielführung eher unsouverän. Immerhin blieb Winkmann wie Putin ganz der Souverän – und stoisch bei seiner exklusiven Meinung.

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