Die Arroganz des Erfolgs – Rückblick auf den 11. Spieltag

4 Nov

10 Spiele – 25 Punkte, nur 1 Punkt hinter den Bayern und punktgleich mit dem BVB. Der gute Saisonstart ist den Leverkusenern etwas zu Kopf gestiegen, anders ist das unmotivierte Spiel gegen den Tabellenletzten Braunschweig nicht zu erklären. Die bis dato fulminante Offensivreihe saß nur auf der Bank und die B-Elf agierte glücklos. Den Löwen reichte eine couragierte Leistung, ein starker Davari und ein glückliches Stolpertor von Kumbela zum Sieg. Braunschweig sendet Lebenszeichen und will die Klasse um jeden Preis halten. Werden sie, wie gegen Wolfsburg und jetzt gegen Leverkusen, weiterhin unterschätzt, sind noch einige Überraschungen möglich. Die Defensive war trotz keines Gegentores wacklig, hier besteht Verbesserungsbedarf. Und Leverkusen muss die großen Zwei ziehen lassen – den jetzigen vier-Punkte-Rückstand werden sie nicht aufholen können.

Vom Buhmann zum Baumann

Letzte Woche patzte Baumann dreifach – diese Woche zeigte er eine überragende Leistung und sicherte den Freiburgern drei Punkte gegen Nürnberg. Dabei war der Club über die volle Zeit überlegen, scheiterte aber immer wieder an Baumann oder den eigenen Nerven. Trotz Überzahl konnten die Clubberer ein 0:1 nicht mehr aufholen und mussten sich von Darida auch noch ein Traumtor ansehen. Erst hast du kein Glück, dann kommt auch noch Unvermögen dazu: Nilsson verstolpert kurz vor Schluss eine Rückgabe und schenkt Freiburg so das dritte Tor. Wenn man so zum Siegen eingeladen wird, sagt auch Freiburg nicht nein.

Die Gelbe Welle

Stuttgart war die komplette Spieldauer über überfordert – zu schnell, zu trickreich und einfach zu gut war die Offensive der Borussia. Reus, Lewandowski, Mkhitarjan und Kuba spielten sich erneut in einen Rausch. In dieser Form sucht der BVB europaweit seinesgleichen. Eine große Schwäche in dieser Saison sind allerdings die Standardsituationen, auch gegen Stuttgart kassierte der BVB so ein frühes Gegentor. Kann Klopp diese Nachlässigkeit abstellen und verletzt sich keines der Offensivjuwele ernsthaft, wird es wieder eine große Saison für den BVB werden. In der Liga und in der Champions League müssen sie in dieser Verfassung keinen Gegner fürchten. Bitte mehr davon, Herr Klopp.

Nicht gut, aber erfolgreich

Die Bayern haben wieder nicht wirklich überzeugt, aber trotzdem gewonnen. Und auch diesmal mussten sie einem Rückstand hinterherlaufen – was in dieser Saison überraschend häufig passiert. Spielerisch zeigen die Bajuwaren öfter Licht und Schatten – manchmal führen sie ihre Gegner regelrecht vor, manchmal sind sie durch Kampf und großen Einsatz zu packen. Aber auch den Hoffenheimern fehlte das nötige Glück, Volland vergab mehrere gute Möglichkeiten. Die Bayern suchen noch ihre Gala-Form – wenn sie sie finden, wird es schwer sie zu schlagen. In der momentanen Verfassung kann man sich gegen München schon mal was ausrechnen.

Schlecht gibt Recht

Schalke war wieder die schlechtere Mannschaft und gewann auch dieses Spiel. Ein hervorragender Hildebrand und eine kaltschnäuzige Offensive mit Szalai und Draxler reichten für die Hertha aus Berlin. Dabei spielten die Mannen von Jos Luhukay phasenweise tollen Fußball: Ramos und Cigerci hatten erstklassige Möglichkeiten und taktisch schien die Hertha überlegen. Am Ende entschied die individuelle Klasse der Königsblauen, Hildebrand sicherte sich sein 100. zu null-Spiel und Draxler konnte endlich wieder eine ordentliche Leistung abrufen. Nichtsdestotrotz bleibt Schalke die Wundertüte in dieser Saison, sie können viel, zeigen das aber nicht allzu oft.

Sobiech im Pech

Letzte Woche war es Baumann für Hamburg, diese Woche Sobiech für Gladbach. Zwei unerklärliche Fehler ermöglichten Kruse zwei Treffer gegen seine Heimatstadt und sorgten für die erste Niederlage Van Marwijks. Die junge Innenverteidigung der Hamburger mit Tah und Sobiech muss an ihren Aufgaben noch wachsen und braucht dafür noch Zeit. Sie könnten eine wirklich gute Defensive abgeben, wenn sie die Nervosität und den Druck etwas besser verarbeiten können. So waren es drei geschenkte Punkte für Gladbach, welches auf den vierten Rang vorrücken konnte. Somit ist Gladbach der Beste vom Rest und muss diesen Platz ab jetzt verteidigen. Nach oben geht nicht viel, von unten stehen Wolfsburg und Schalke schon in der Warteschlange. Wenn Gladbach weiterhin so heimstark bleibt und die Offensive um Arango, Raffael und Kruse mit dem Offensivzauber nicht aufhört, schafft Gladbach es endlich und verdientermaßen in die Europa League (oder mehr).

Die zwei Gesichter der Eintracht

Vorneweg: Die Eintracht war gegen Wolfsburg ebenbürtig, verlor aber trotzdem mit 2:1. Insgesamt zeigten die Hessen zu wenig, international spielen sie deutlich besser. Vielleicht sollten sie bei der nächsten Reise einfach ein paar Umwege machen, um mehr internationales Feeling zu bekommen. So bleibt Frankfurt in der Liga weiterhin glücklos und könnte in den Abstiegskampf hineingeraten, obwohl sie eigentlich viel besser spielen können. Wolfsburg hingegen schnuppert auch in diesem Jahr an der Europa League und kann sich zudem auf den starken Olic und die Entdeckung Arnold verlassen. Vor allem Arnold verbessert sich von Woche zu Woche und kann nochmal ein richtig Großer werden. Herr Hecking, weiterschleifen!

Sieg trotz Führung

Augsburg gewinnt trotz eigener Führung. Was komisch klingt, war in den letzten Wochen Realität. Viermal ging Augsburg in Führung und viermal verloren sie das Spiel dann doch noch. Gegen Mainz konnte Hahn rechtzeitig seinen Doppelpack schnüren und so die drei Punkte für die Fuggerstädter sichern. Insgesamt war der FCA überlegen und gewann das Spiel verdient. Mainz war ohne einen vollständig fitten Nicolai Müller nicht gefährlich genug und musste sich der kämpferischen Leistung der Augsburger beugen.

Hannovers Auswärtsfluch

Fünf Spiele auswärts – fünf Niederlagen, daheim 13 Punkte, auswärts null. Hannovers eklatante Auswärtsschwäche ist auch in diesem Jahr ein großes Problem. Dabei war Hannover gegen Bremen mindestens ebenbürtig. In einem spannenden Spiel gab es zwei Elfmeter, fünf Tore und jede Menge Spektakel. Am Ende erzielte Garcia den glücklichen Siegtreffer für die Bremer und Slomka muss weiter daran basteln, den Auswärtsfluch zu brechen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: