Eingenetzt! Der Punkteklau von Sinsheim – Rückblick auf den 9. Spieltag

21 Okt

Es war das Gesprächsthema Nummer eins an diesem Wochenende: Das Phantomtor von Stefan Kießling. Man muss die Leverkusener und den Schiedsrichter hierbei allerdings in Schutz nehmen, Kießling köpft aufs Tor und der Ball ist im Netz – Tor – in Realgeschwindigkeit ist da nicht mehr zu erkennen. Dass das Netz ein Loch in Ballgröße hat und der Ball perfekt durch genau diese Stelle fliegt, kann eigentlich kaum passieren. Nur in einem von hundert Fällen, maximal. Einfach unfassbar. Daneben wurde auch noch Fußball gespielt, und das nicht minder kurios. Der Slapstick-Elfmeter von Firmino darf in keinem Jahresrückblick fehlen – Leno – Pfosten – Pfosten – Leno – drüber. Am Ende konnten die Hoffenheimer das ungerechte Tor nicht mehr aufholen, es reichte nur für einen Anschlusstreffer. Macht aber nix, das Spiel dürfte wiederholt werden. Und dann auch ohne Loch im Netz.

Die Hamburger-Stehaufmännchen 

Stuttgart führt – Hamburg gleicht aus. Das Szenario bot sich den Fans an diesem Sonntag dreimal. Vor einigen Wochen ließ sich der HSV in solchen Situationen regelrecht vorführen, unter Van Marwijk zeigen sie Moral und ihre eigentliche Klasse. Die haben sie momentan aber nur vorne – Lasogga trifft wie er will, Van der Vaart ist formstark, Calhanoglu und Beister werden immer besser. So gut wie sie vorne spielen, so schlecht verteidigen sie hinten. Tah – Westermann – Djourou spielen momentan eher zweitklassig, was zur Folge hat, dass der HSV zwar die drittbeste Offensive der Liga stellt, gleichzeitig aber auch die schlechteste Defensive. Für die nächsten Wochen muss daher eine altbekannte Fußballweisheit herhalten: Du musst einfach nur mehr Tore schießen als dein Gegner.

Die Verwandlungskünstler

Mainz bot gegen die Münchner ein 5-4-1 auf, was Guardiolas Elf sehr zu schaffen machte. Bayern hatte kaum Abschlüsse und Parker erzielte bei einem der Mainzer Konter das 1:0. Soweit, so gut. Tuchels Plan ging auf – die Bayern-Offensive stotterte. In Halbzeit zwei kam Götze, Guardiola stellte taktisch um und Mainz wurde heftig verdroschen. Das Spiel war ein komplett anderes – Bayern dominierte, Mainz konnte nur noch zuschauen. Es scheint, dass die Bayern momentan auf alles eine Antwort haben. Da müssen schon schwierigere Fragen kommen, um die Münchner in Verlegenheit zu bringen.

Arbeit, Arbeit

Dortmund presst, Dortmund trickst, Dortmund spielt – 25 Minuten lang und führt mit 1:0. Danach war das eine schwache Leistung des BVB. Macht aber nix, da Hannover kein Tor erzielen konnte und so die drei Punkte bei den Schwarzgelben blieben. Die Personaldecke der Dortmunder ist momentan dünn, da tut jeder dreckige Sieg gut. Irgendwie muss man an den Bayern ja dranbleiben. Hannover hat einmal mehr gezeigt, dass auch eine schwache Leistung der Top 2 nicht ausreicht, um Punkte mitzunehmen. Das ist schade, zeigt aber die Klasse und Souveränität der Spitzenteams.

Schmutzig freut sichs am besten

Braunschweig und Schalke begegneten sich auf Augenhöhe – was für einen designierten Absteiger und einen Champions League Aspiranten doch ungewöhnlich ist. Die Spielanteile waren gleich verteilt und es sah nach 90 Minuten nach einem gerechten Unentschieden aus. Doch dann erzielte Neustädter das glückliche 3:2 und Schalke war wieder obenauf. Die Gelsenkirchener entpuppen sich in dieser Saison als die Meister der Dreckssiege – schlecht spielen, aber trotzdem gewinnen. Das ist nicht schön, aber effektiv und der Erfolg gibt Keller recht. Wie er trotz vieler Verletzungen Woche für Woche punkten kann ist anerkennenswert – Schalke mausert sich und wird bald der erste Verfolger des Spitzentrios sein.

Die Wolfswand

Augsburg beginnt stark und hat in den ersten 20 Minuten zahlreiche Chancen, von denen eine zum verdienten 1:0 genutzt wird. Danach kommt der Wolfsburger Doppelschlag von Arnold und Gustavo und plötzlich steht es unfairerweise 1:2. In der zweiten Hälfte konnte man die Erfahrung der Wolfsburger bestaunen – Angriff für Angriff wurde von der Wolfsburger Defensivwand abgeblockt. Man muss Hecking hierfür gratulieren, wie er es geschafft hat, aus dem zaudernden Offensivkünstlerverbund eine starke Defensive zu formen. Augsburg verzweifelte mit zunehmender Spieldauer und Diego hätte noch auf 1:3 erhöhen können. Das wäre aber auch zuviel des Guten gewesen, so blieb es beim sauber verteidigten 1:2.

Erst du, dann ich

Frankfurt – Nürnberg war eine seltsame Partie. Die ersten 50 Minuten dominierte Frankfurt, die letzten 40 Nürnberg. Der Führungstreffer in der 50. Minute war für die Hessen das Signal zum Zurückziehen, was Nürnberg nutzte. Spielerisch war Frankfurt bis dahin deutlich überlegen, Nürnberg hatte zu wenig Ideen und kaum gute Aktionen. Plötzlich ließen die Frankfurter den Clubberern mehr Raum, den diese immer besser zu nutzen wussten. Kurz vor Schluss fiel dann der Ausgleich, Drmic holte einen Punkt für Nürnberg. Und Veh muss sich fragen lassen, warum er nach der Führung umgestellt hat. Nürnberg schien geschlagen, bis Veh sie wieder aufbaute. So sieht nette Nachbarschaftshilfe eben aus.

Der Bann ist gebrochen – das erste 0:0!

Irgendwann musste es ja passieren. Das erste 0:0 dieser Saison. Freiburg und Bremen schafften es, keinen Ball im gegnerischen Tor unterzubringen. Dabei spielten beide Teams schwachen Fußball: Viele ungenaue Pässe, wenig Esprit in der Offensive und öfter Abstimmungsprobleme. Es war kein gutes 0:0, es war ein Bescheidenes. Spiele wie diese haben keinen Sieger verdient, so passte es ins Gesamtbild, dass Ginters Kopfball gegen die Latte ging. Freiburg wartet somit weiter auf den ersten Sieg und Bremen verpasste eine gute Gelegenheit für einen Dreier.

Die Überraschung aus der Hauptstadt

Berlin gewinnt 1:0 und ist momentan Vierter! Dabei zeigten beide Teams ein taktisch geprägtes Spiel, oder anders gesagt: Einen Grottenkick. Berlin hatte nur fünf Torchancen, von denen Ramos eine für das Siegtor nutzen konnte. Gladbach wirkt auswärts gehemmt, die geballte Offensivpower konnten die Fohlen bisher nur zuhause entfalten. So reichte eine starke Defensive und eine Standardsituation für drei Punkte – so einfach kann Fußball sein.

Die Ergebnisse im Überblick:

Augsburg – Wolfsburg 1:2

Hamburg – Stuttgart 3:3

Hertha – Gladbach 1:0

Dortmund – Hannover 1:0

Bayern – Mainz 4:1

Bremen – Freiburg 0:0

Braunschweig – Schalke 2:3

Frankfurt – Nürnberg 1:1

Hoffenheim – Bayer 1:2

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