Saisonanalyse Teil 8: Die Geister, die ich rief

16 Jul

Teil 8 der Saisonanalyse: Vfl Wolfsburg.

Die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht los. Man hätte es eigentlich ahnen können in Wolfsburg. Quälix Magath ist berüchtigt für seine Trainingsmethoden und seine rigide Transferpolitik. In diesem Jahr hat er aber auch für seine Verhältnisse übertrieben: Bei Trainingseinheiten wurde das Wasser rationiert und der Kader wurde auf unglaubliche 40 Spieler erweitert. Seine Methoden sind zweifelhaft, waren in der Vergangenheit aber auch sehr erfolgreich – immerhin Meister 2009 mit Wolfsburg. Seine Einkaufstour hätte man in Wolfsburg unterbinden müssen. Normal ist ein Kader von maximal 30 Spielern, Magath durfte aber fröhlich weiter Geld verbrennen. Wenn Magath dafür Spiele gewinnt, ist alles gut. Aber in diesem Jahr blieb der Erfolg aus: Nach 8 Spieltagen waren die Wölfe mit nur 5 Punkten bei einem Torverhältnis von 2-15 auf Platz 18. Dann zogen die Verantwortlichen die Reißleine und Magath könnte seinen letzten Auftritt als Bundesliga Trainer absolviert haben. Unter Günther-Köstner und Hecking wurde es schließlich besser. Aber es reichte wieder nicht für einen Platz in der oberen Hälfte. Zu schwach war die Hinrunde mit 19 Punkten. In der Rückrunde konnten immerhin 24 Punkte gesammelt werden, die sechstbeste Ausbeute der Liga. Das Hauptproblem der Wolfsburger lag allerdings woanders. Im eigenen Stadion sammelten die Wölfe viel zu wenig Punkte, in dieser Saison nur 17. In der Fremde agierten sie deutlich besser und konnten 26 Punkte mit nach Hause nehmen. Bei gleicher Leistung im eigenen Stadion würde Wolfsburg Europa League spielen. Die Offensive war mit 47 Treffern Durchschnitt, die Defensive mit 52 Gegentreffern auch. Auch bei der Chancenverwertung und der Anzahl der Torchancen sind die Wolfsburger nur Mittelfeld, was Platz 11 in dieser Saison auch rechtfertigt. Nach der Saison beginnt die schwierigste Aufgabe der Wolfsburger: Die gerufenen Geister wieder loswerden. Viele überbezahlte Spieler müssen an andere Vereine verkauft werden. Es ist aber allgemein bekannt, dass Wolfsburg bis zu 15 Spieler loswerden möchte. Es gibt leichtere Aufgaben. Allofs, übernehmen Sie!

Faktencheck:

– Daheim zahnlos mit nur 17 Punkten und Platz 17

– Auswärts bissig mit 26 Punkten und Platz 4

– Offensive mit 47 Toren leicht überdurchschnittlich – Platz 8

– Defensive mit 52 Gegentoren durchschnittlich – Platz 11

– Chancenverwertung von 12% – Platz 8

– bester Torschütze ist der Regisseur, Diego. 10 Tore und 7 Assists – ordentlich

– nur 5 zu-null-Spiele – nur Fürth ist schlechter!

– schwache Hinrunde mit 19 Punkten und Platz 15

– bessere Rückrunde mit 24 Punkten und Platz 6

Aufsteiger der Saison:

Diego. Bei Magath war er nur Bankdrücker und unter Hecking avancierte er zum Topscorer. Zweite Chance genutzt!

Absteiger der Saison: 

Naldo, Schäfer, Träsch etc. Überbezahlte Profis, die kaum Berücksichtigung finden, aber ihre hochdotierten Verträge aussitzen. Sie loszuwerden, ist eine der wichtigsten Aufgaben von Manager Allofs.

Aufreger der Saison:

Eindeutig der Fall des Felix Magath. Mit Vorschusslorbeeren angetreten und sang- und klanglos untergegangen. Und am Ende 40 Probleme hinterlassen.

Zukunftsprognose:

Wolfsburg muss eine nachhaltigere Transferpolitik an den Tag legen. Der Kader ist stark – aktuell vom Marktwert her Platz 5 – die Mannschaft ist es spielerisch aber nicht. Hecking ist auch nicht der große Fußballvirtuose, eher ein solider Arbeiter. Und was machen solide Arbeiter? Nichts unerwartetes. Platz 8-10, es reicht auch in diesem Jahr nicht für die Europa League.

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