Saisonanalyse Teil 7: Die zwei Gesichter des VfB

9 Jul

Teil 7 der Saisonanalyse: VfB Stuttgart.

SV Falkensee-Finkenkrug, FC St. Pauli, 1. FC Köln, Vfl Bochum, SC Freiburg, Bayern München. Der DFB-Pokalrun der Stuttgarter endete erst im Finale gegen die Bayern, als man knapp 2:3 verlor. Im gesamten Pokalverlauf haben die Schwaben ein Torverhältnis von 16:4. Die Offensive traf zuverlässig und die Defensive war, bis auf das Finale, eine Bank. Mit viel Kampf und einer herausragenden Defensive haben sich die Stuttgarter ins Finale und somit in die Europa League geschossen. Dabei konnten fünf Spiele am Stück gewonnen werden, teilweise auch gegen starke Gegner wie Köln oder die Überraschungsmannschaft der Saison aus Freiburg. Das Saisonziel wurde somit mit Bravour erreicht. Der VfB zeigte sich im Pokal von seiner besten Seite.

Ganz anders in der Liga. Die Stuttgarter wurden nur zwölfter und konnten offensiv und defensiv nicht überzeugen. Nur 37 Tore in 34 Spielen stehen für den Vfb zugute. Das ist der drittschlechteste Wert der Liga, nur Fürth und Augsburg waren schlechter. Auch die im Pokal souveräne Defensive um Torwart Ulreich leistete sich zahlreiche Aussetzer. 55 Gegentore bedeutet Platz 13 in der Gegentrefferrangliste. Auch die gewohnte Heimstärke konnten die Schwaben in dieser Saison nicht abrufen: Auswärts holten sie mehr Punkte als zuhause. Erschwerend kommt eine schwache Rückrunde dazu: Nur 18 Punkte aus 17 Spielen – das ist für einen Europa League Aspiranten viel zu wenig. Dabei hatten die Schwaben einen echten Knipser in ihren Reihen. Ibisevic konnte 15 Treffer erzielen, damit steht er in der Torjägerliste auf Rang vier. Die Probleme der Schwaben in der Liga lagen eher im Mittelfeld: Zu wenig herausgespielte Chancen, zu torungefährlich und zu viele Fouls. Der VfB führt in der unrühmlichen Kategorie der Disziplinlosigkeit, mit sage und schreibe 71 gelben und 7 roten Karten. Dabei sind die Schwaben eigentlich nicht für ihren bedingungslosen Einsatz bekannt. Hier ist Ibisevic sogar führend: mit 12 Kartenpunkten (10 gelbe, 1 rote) führt er das Unfairness-Ranking an. Trotz der tristen Liga-Leistungen der Schwaben, ist die Saison eine sehr gute geworden. Dank der zwei Gesichter des VfB.

 

Faktencheck:

– nur 37 erzielte Tore – 16. Platz – zweitklassig!

– 55 Gegentore sind Platz 13. – zu viel für höhere Ambitionen

– Mit 15 Toren und 5 Torvorlagen ist Ibisevic der Toptorjäger und Topscorer der Schwaben

– eine Chancenverwertung von 10% – Das ist Durchschnitt und eigentlich zu wenig für Europa

– die unfairste Mannschaft der Liga mit 92 Kartenpunkten – in der Liga trotzdem mehr Krampf als Kampf

– Heimschwach mit nur 19 Punkten

– Auswärts solide mit 24 Punkten

– Passable Hinrunde mit 25 Punkten

– mäßige Rückrunde mit 18 Punkten

– Europa-League! Man kann es gar nicht oft genug erwähnen.

Aufsteiger der Saison:

Vedad Ibisevic. In der Saison zuvor ist er an Harnik nicht vorbeigekommen. Harnik wurde schwächer und er stärker. Mit 20 Scorerpunkten hatte der Bosnier eine bärenstarke Saison. So kann man sich den Stammplatz auch sichern.

Absteiger der Saison: 

Cacau. Verletzungspech, Stammplatz verloren, nur noch selten Ergänzungsspieler und komplett aus der Nationalmannschaft verdrängt. So hatte er sich seine letzten Karrierejahre sicher nicht vorgestellt.

Aufreger der Saison:

Die Wutrede von Trainer Labbadia. O-Ton: „Die Trainer sind nicht die Mülleimer von allen.“ Wissen wir doch Bruno, wissen wir doch.

Zukunftsprognose:

Der VfB spielt europäisch! Es könnte eine große Saison für die Schwaben werden. Ich befürchte aber wieder eine Saison der zwei Gesichter: Hurra-Fußball in der Europa League und mäßige Auftritte in der Liga. Platz 10-12 in der Liga und Achtelfinale der Europa League.

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