Saisonanalyse Teil 6: Den alten Männern ging die Puste aus

30 Jun

Teil sechs der Saisonanalyse: 1. FSV Mainz.

Welche Mannschaft könnte die alten Männer der Bundesliga verkörpern? Augsburg, Bayern oder Wolfsburg? Erstaunlicherweise die ehemaligen „Bruchweg-Boys“ aus Mainz mit einem Altersdurchschnitt von 26,57 Jahren – 3 Jahre älter als Freiburg oder Leverkusen. Das hohe Mannschaftsalter an sich ist nicht verwerflich. Die Konsequenzen daraus hingegen schon: Im Saisonendspurt, der bei allen Teams an die Substanz geht, holten die Mainzer aus 9 Spielen nur 5 Punkte. Vorher lagen sie aussichtsreich auf Platz 7, mit besten Chancen auf die Europa League. 9 Spieltage später steht für Mainz der 13. Platz fest. Zu wenig für die Mainzer Ansprüche. Dabei sah es öfter in der Saison nach Europa League aus. An insgesamt 9 Spieltagen stand Mainz auf Platz 6 oder besser. Der Kampf um die Europa League war lange spannend, in der heißen Phase ging den Mainzern jedoch die Kraft aus. Kein Sieg aus den letzten 9 Spielen spricht Bände. Dabei ist die Balance zwischen Offensive und Defensive europareif: Die 7. beste Differenz mit -2 ist mehr als ordentlich. Das Prunkstück der Mainzer in dieser Saison war die Defensive. Nur 42 Gegentore in 34 Spielen – 1,2 pro Spiel – ein Topwert. Das Problem lag in der Offensive. Vor zwei Jahren konnte Mainz noch 52 Tore erzielen, letzte Saison 47 und in dieser Serie nur noch 42. Die Torentwicklung ist besorgniserregend. Die Abgänge von Holtby, Schürrle und Zidane konnten nicht gut genug aufgefangen werden. In dieser Saison spielte Szalai groß auf, doch ein guter Stürmer im Kader reicht nunmal nicht aus. Parker und Choupo-Moting blieben unter ihren Möglichkeiten und konnten Szalai nicht entlasten. Auf eine gute Hinrunde folgte ein guter Rückrundenstart, mit einem Katastrophenfinish. Ob es fehlende Kraft, mangelnder Wille oder einfach nur fehlendes Glück war, lässt sich hinterher nicht sagen. Von allen Dreien hätten die Bruchweg-Senioren mehr brauchen können.

Faktencheck:

– mit 44 Gegentoren die 5. beste Verteidigung. Europareif!

– mit 42 Toren den 11. besten Angriff. Leider nur Durchschnitt

– ordentliche Hinrunde mit 26. Punkten und dem 6. Platz

– schwacher Endspurt mit 5 Punkten aus 9 Spielen

– mittelmäßige Chancenauswertung mit 11%

– wenig herausgespielte Torchancen, pro Spiel nur 11 Torschüsse, Platz 15!

– 9 zu-null Spiele: Die Defensive um Wetklo steht

– es fehlt an Qualität: Vom Marktwert her Platz 14 mit einem Mannschaftswert von 52 Millionen

Aufsteiger der Saison:

Adam Szalai. In den letzten Jahren stand er noch im Schatten von Schürrle, Zidan und co. In dieser Saison spielte er groß auf: 13 Tore und 3 Assists – Topscorer der Mainzer! Schade für Mainz, dass sie ihn nicht halten können. Für circa 8 Millionen wechselt er zu Schalke 04.

Absteiger der Saison: 

Marcel Risse. Sollte im Mittelfeld für Impulse sorgen. Schaffte es nicht, seine Reservistenrolle abzulegen. Versucht in der nächsten Saison in Liga zwei bei Köln Impulse zu setzen.

Aufreger der Saison:

So nah und doch so fern. Die Europa League war lange in Reichweite, mit einem überaus dürftigen Saisonfinale haben die alten Männer sich jeglicher Chancen beraubt.

Zukunftsprognose:

Mit Ivanschitz, Kirchhoff und Szalai verlassen drei der besten Mainzer die Mannschaft. Einige junge Spieler wie Geis oder Polter sollen die Lücken füllen. Es wird schwer für Mainz. Es riecht nach Abstiegskampf. Platz 14-16.

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