Saisonanalyse Teil 5: Ausgeschaaft: Ende mit Ansage

26 Jun

Saisonanalyse Teil 5: Werder Bremen

Werder Bremen und Thomas Schaaf. Die Namen schienen auf ewig miteinander verbunden zu sein. In dieser Saison endete die 14-jährige Liaison. Bremen hatte große Erfolge mit Schaaf gefeiert: Er hat den Verein zu drei DFB-Pokal Titeln und einer Meisterschaft geführt. Das plötzliche Ende war aber gar keines. Es hatte sich schon länger angedeutet. 2009/10 wurde Bremen noch 3. Danach folgte der Absturz ins Mittelmaß. Ein 13. und ein 9. Platz waren zu wenig. In dieser Saison folgte der 14. Platz und !Abstiegskampf! an der Weser. Das hatte es schon lange nicht mehr gegeben. Dementsprechend ist der Trainerwechsel gerechtfertigt. Und er war auch nötig. Seit jeher lässt Schaaf sehr offensiv spielen, was für die Zuschauer sehr interessant war. An der Weser fielen viele Tore. Vorne und hinten, manchmal erinnerte das Bremer Spiel eher an Handball. Schaaf ist hier nicht mit der Zeit gegangen. Während andere Clubs zunehmend auf eine Balance zwischen Offensive und Defensive achten, wurde die Bremer Defensive von Jahr zu Jahr schlechter. Vor 2 Jahren kassierte Bremen 58 Gegentore, letztes Jahr 61 und in dieser Saison sogar 66. Das ist nett anzuschauen, aber ein zweitklassiger Wert. Keine Frage, die Offensive war unter Schaaf immer eine der besten der Liga. Aber das Abwehrproblem hat Schaaf von Jahr zu Jahr schlechter unter Kontrolle bekommen. Erschwerend kommt hinzu, dass Schaaf das Transferglück verloren hat: Elija für 5,5 Millionen, Ekici für 5 Millionen, Wesley für 7,5 Millionen oder Avdic für 2,2 Millionen waren mehr oder weniger Fehleinkäufe. Zudem haben viele gute Spieler wie Mertesacker, Özil, Marin oder Naldo den Verein verlassen. Wenn man weniger Qualität hat, muss man mehr Wert auf die Defensive legen. Das hat Schaaf nicht beherzigt und das war schlussendlich der Stolperstein, der ihn zu Fall brachte. Ein trauriges Ende einer langen Verbindung. Aber ein Ende mit Ansage.

Bremen hatte die Saison ordentlich begonnen und stand nach dem 5. und nach dem 13. Spieltag auf Platz 7. Am Ende der Hinrunde stand Platz 12 mit 22 Punkten – zu wenig für die Bremer Ansprüche. Die Rückrunde wurde noch deutlich schlechter. Bremen verlor unnötig Spiele und ließ viele Punkte liegen. Vor allem die Defensive agierte in manchen Spielen sehr kopflos. Die Abgänge der Abwehrhühnen Naldo und Mertesacker und von Torwart Wiese konnten in dieser Saison nicht kompensiert werden. So kam es wie es kommen mußte: Bremen war mitten im Abstiegskampf. Letztendlich konnte sich Bremen recht locker retten, was aber eher der schwachen Konkurrenz als den Bremern zu verdanken ist. Rundum eine Saison zum Vergessen. Und jetzt alles auf neu: Der Trainer ist tot, es lebe der Trainer! Dutt, übernehmen Sie!

Faktencheck:

Die 4. meisten Torschüsse der Liga mit 498. Fast 15 Schüsse pro Partie, das ist Champions League verdächtig!

66 Gegentore sind der zweitschlechteste Wert der Liga. Nur Hoffenheim ist schlechter. Zweitklassig!

Die Chancenverwertung ist mit 10% unteres Mittelfeld. Es fehlt an Qualität im Sturm.

Nur in 3 Spielen haben die Bremer kein Tor kassiert – 18. Platz, noch hinter Fürth und Hoffenheim.

Das jüngste Team aller Bundesligisten mit im Durchschnitt 23,38 Jahren. Jugend stürmt. Leider vergisst sie öfter das Verteidigen.

Eine ordentliche Hinrunde mit 22 Punkten.

Eine schwache Rückrunde mit nur 12 Punkten.

Aufsteiger der Saison:

Kevin de Bruyne. Der beste Bremer Akteur 2012/13. Er ist technisch beschlagen, pfeilschnell und torgefährlich. Mit 19 Scorerpunkten der Topscorer der Bremer. Leverkusen und Dortmund wollten ihn haben, Chelsea behält ihn aber lieber. Man wird noch öfter von ihm hören.

Absteiger der Saison: 

Eljero Elia. Der Stürmer kam von Juventus Turin, um in Bremen die Tore zu schiessen. Erzielte in 24 Spielen kein einziges Tor. Und sowas kostet 5,5 Millionen.

Aufreger der Saison:

Marko Arnautovic. Viele Skandale und Aktionen neben dem Platz und nur selten gute Leistungen auf dem Platz. Ein Mann mit viel Potential, das er zu vergeuden scheint.

Zukunftsprognose:

Dutt bekommt von Schaaf einen jungen Kader, mit wenig Stars, aber vielen aufstrebenden Talenten. Der beste Mann De Bruyne verlässt den Club und er wird voraussichtlich nicht adäquat ersetzt. Das ist eine echte Chance und Herausforderung für Dutt und seine Jugendtruppe. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wird es Platz 9-12.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: