Abstiegskampf in der Bundesliga – Not gegen Elend – Teil 1

12 Mai

Es naht der 34. und letzte Spieltag in der Bundesliga. Zwei Mannschaften steigen direkt ab, eine Mannschaft muss gegen Kaiserslautern in die Relegation. Verdient hätten den Abstieg in dieser Saison gleich vier Mannschaften: Greuther Fürth, 1899 Hoffenheim, FC Augsburg und Fortuna Düsseldorf. Teil 1 mit Fürth und Hoffenheim.

Sicher abgestiegen ist bereits die Spielvereinigung Greuther Fürth. Das Erstliga-debüt der Franken ist ein einziges großes Missverständnis. Im Jahr zuvor wurde man in der zweiten Liga Meister mit dem zweitbesten Angriff und der besten Verteidigung. Das  Torverhältnis betrug 73:27. Davon kann in dieser Saison keine Rede mehr sein: Die Grün-Weißen stellen den mit Abstand schlechtesten Angriff und eine der schlechtesten Abwehrreihen der Liga. Nur 25 erzielte Tore nach 33 Spieltagen sprechen Bände. Was ist der Grund für den Absturz der Kleeblätter? Die Abwehr leistete sich viele individuelle Fehler; die schlechteste Passquote der Liga mit 76% ist ein Indiz dafür. Drei Mannschaften haben eine schwächere Defensive, das Hauptproblem liegt im Angriff: Insgesamt schossen die Fürther 379 mal auf das gegnerische Tor. Das ist kein guter Wert, einige Mannschaften wie Gladbach oder Hannover haben aber noch weniger Torschüsse. Problematisch ist dabei die Torquote. Die liegt nur bei 7%, demnach geht nur jeder vierzehnte Schuss ins Tor. Es fehlt an torgefährlichen Spielern. Im Sommer wurde der Torschützenkönig der zweiten Liga, Oliver Occean, abgegeben und kein adäquater Ersatz gekauft. Die in Liga zwei sehr gefährlichen Nöte und Sararer konnten in Liga eins nicht an ihre Leistungen anknüpfen. Top-Torschütze ist Djurdjic mit 5 Treffern vor Prib mit 3 Treffern. Das sind miserable Werte für die besten Angreifer. Die Chancenauswertung und die fehlende Klasse im Sturm waren der Sargnagel für die Fürther. Ihnen drohen nun wieder einige Jahre Zweitklassigkeit.

Der Glaube stirbt zuletzt. Und noch haben die Hoffenheimer Hoffnung. Ein Sieg am letzten Spieltag und Patzer der Konkurrenz könnten sie noch retten. Ihr Problem ist dabei der Gegner: Borussia Dortmund. Die Dortmunder wollen sich für das Champions League Finale warm spielen und zum Saisonabschluss gewinnen. Dortmund wird in einer guten Besetzung antreten, der Klassenerhalt ist für Hoffenheim fast unmöglich. Wie konnte es soweit kommen? Hoffenheim hat viele teure, hochveranlagte Spieler. Vom Marktwert her steht Hoffenheim auf Platz elf der Liga. Einige Transfers wie Derdyiok, de Camargo, Joselu oder Wiese haben gefloppt. Die Ambitionen der Mannschaft war zum Anfang der Saison Europa. Jetzt wird es aller Voraussicht nach die 2. Liga werden. Der Angriff ist in dieser Saison nicht gut; 40 Tore sind zu wenig für die individuelle Klasse der Angreifer Joselu oder Firmino, die beide nur 5 Treffer erzielen konnten.  Hoffenheim ist die größte Schiessbude der Liga: 66 Gegentore in 33 Spielen, im Durchschnitt 2 Tore pro Spiel. Das ist ein mehr als zweitklassiger Wert. Im Jahr zuvor waren es 47 Gegentore. Die Abgänge von Ibertsberger, Braafheid und Starke konnten nicht aufgefangen werden. Die Posse um Tim Wiese tat dazu ihr Übriges. Das Projekt Hoffenheim steht vor einer Zäsur: Wird Mäzen Hopp weiterhin Geld in den Verein stecken, wenn er in die zweite Liga absteigt? Oder verliert er die Lust an seinem Hobby? Viele Profis wie Salihovic oder Volland werden nicht in der zweiten Liga spielen wollen und den Club verlassen. Trainer Gisdol hat im nächsten Jahr eine Herkulesaufgabe zu bewältigen: Er muss mit weniger Mitteln und schwächeren Spielern eine bessere Mannschaft entwickeln. Die noch mögliche Rettung führt über Dortmund. Und die haben bekanntlich nicht sonderlich viel Mitleid.

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